Wappen des Kreises Elchniederung

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Die Kirche im Kreisort Heinrichswalde
Berichte zu Kuckerneese - heute Jasnoje

Beim Aufbau des Bildarchivs  Ostpreußen wurde auch das Verzeichnis der Einwohner von Kuckerneese unseres Landsmannes Allies überarbeitet, besser gesagt ergänzt und digital erfasst. Deshalb ist der nachfolgende Bericht der Familie Juschkewitz über den Zeitraum von 1950 bis 1956 von Bedeutung. Die Zeitzeugen berichteten über den damaligen Zustand von Kuckerneese (Jasnoe), gaben uns einen kleinen Einblick über den Zustand nach 5 bis 10 Jahren der sowjetischen Herrschaft. Lebendiger geht es kaum!  Da viele unserer Landsleute Kuckerneese nach 1990 besucht und besichtigt haben, werden diese auch festgestellt haben, dass der nachfolgend geschilderte Zustand jener Zeit nur einen Bruchteil der “Aufgabe” dieses Ortes darstellt. Grundsätzlich kann man sich eigentlich nicht vorstellen wie eine blühende Gemeinde mit ~4.500 Einwohnern heute so trostlos dahin vegetiert. Eigentlich möchte man sagen, es wäre besser eine litauische Gemeinde geworden. Oder sollte man auf die typisch russischen Aussage “budjet - es wird” hoffen? Im nachfolgen Bericht erscheint eine Passage über den Abriss des Kirchturmes als zweifelhaft, denn der Kirchturm steht noch und steht, wenn keine Gewalt angewendet wird auch noch in 100 Jahren! Schön ist, dass viele  heute russische Gemeinden auch versuchen ihre Geschichte zu erforschen. Siehe Heinrichswalde.

Der 1. Heimatbrief unserer Kreisgemeinschaft wurde 1983 herausgegeben. In diesem wurde unser nachfolgende Bericht veröffentlicht.

Heft 1 Juli 1983
Unsere Heimat nach der Vertreibung Kuckerneese (Kaukehmen) heißt jetzt Jasnoje.
Dieser Bericht wurde nach Angaben von Familie Juschkewitz 1965 geschrieben, er umfasst die Jahre 1950 bis 1956

Die Familie Juschkewitz bezog als erste Wohnung in Kuckerneese die Praxis- und Warteräume von Dr. Lange. Das gesamte Haus stand leer. Da das Dach schon sehr kaputt war und es überall durchregnete, zog man unten ein. Sie schafften es aber nicht, das große Dach in Ordnung zu halten. Die obersten Wohnungen waren also gleich zerstört, schließlich regnete es bis unten durch. Die Russen holten sich Türen und Fenster, Fußboden und zum Schluss sogar die Treppe zum Verbrennen. Als man die Treppe abholte hat sich Frau Juschkewitz beim Kolchosenverwalter beschwert, mit dem Erfolg, dass man das Holz bei ihm abliefern musste, und er es dann verbrannt hat. Seit der Zeit galt Frau Juschkewitz bei den Russen als Denunziantin. Als man sich dann gegen das Regenwasser auch unten nicht mehr wehren konnte, richtete man sich eine Wohnung in dem Willgalies'schen Haus in der Bahnhofstraße ein. Das Lekenski'sche Haus wurde nun ganz abgerissen (in der Schulstraße). Es wurde ein planiert wie auch das Bahnhofshotel. Dort steht nur das niedrige Hofgebäude, parallel der Schulstraße.
Wirtschaftlich ging es den Juschkewitz mit der Zeit ganz gut. Zum Schluss hatten sie ein paar Schweine, viele Hühner und auch eine Kuh, die sich in diesem Frühjahr aus lauter Übermut ein Bein brach und geschlachtet werden musste. Das Fleisch konnte noch zu einem guten Preis auf dem Markt in Tilsit verkauft werden. Für die Tiere hatte man in den Szentick'schen Garagen Ställe eingerichtet, Heu zum Teil selbst geerntet oder in den Haffdörfern gekauft. Es wurde in unserer Werkstatt und Garage gelagert. So kennen sie unser Haus genau. In der Wohnung leben jetzt 2 Familien. Dazu wurde es umgebaut, da doch eine zweite Küche sein musste. Doppeltüren wurden vermauert und neue Zugänge gebaut. Das Dach hatte schon vor Weihnachten einen Durchschuss. Es regnete rein und schließlich verfaulten die Balken auf der Treppenseite. Herr Juschkewitz hat dann später beim Durchbauen geholfen. Es wurden neue Balken eingezogen und neu gedielt. In diesem Frühjahr wurde alles renoviert, tapeziert, Türen und Fenster gestrichen und sogar die Fußböden gestrichen und lackiert. Zentralheizung und Wasserleitung sind noch drin, funktionieren aber nicht, da Herr Juschkewitz sie nicht zu reparieren verstand. Man hatte es ihm nicht geglaubt , denn die Deutschen müssen alles können. Es stehen also Ziegelöfen in der Wohnung und Wasser holt man sich  von einer Pumpe auf dem Hof. Der Garten wird sehr gepflegt und liefert gute Ernte und Obst und Beeren. Die Himbeeren sollen sehr gut sein und Frau Juschkewitz hat jahrelang viel einmachen können.
Von der Straßenseite hat man das Grundstück mit einem Friedhofstor geschlossen. In der Wilhelmstraße steht das Haus der Gärtnerei Röhl. Die Hindenburgschule wird in Ordnung gehalten. Sie ist die einzige Schule und als Oberschule 10 - klassig. So sind in der Wilhelmstraße alle Häuser stehen geblieben. Allerdings werden die großen Häuser, wie das der Mertins , als Speicher benutzt und nicht repariert. Wenn es so viel durchregnet, dass das Getreide da nicht mehr lagern kann, wird so ein großes Haus einfach abgerissen. Zum Wohnen ist es den Russen zu groß. Es liefert dann genügend Holz zum Brennen und Steine zum Bauen. Der Speicher der Kornhausgenossenschaft steht und auf der linken Seite ist eine Halle bis zur Schulstraße gebaut, mit spitzem Dach und russischem Schiefer gedeckt, in der Traktoren und Kraftwagen repariert werden. Im Bahnhofsgebäude ist ein Lagerraum für Ersatzteile, ebenso in dem niedrigen Ladenhaus, in dem u.a. der Laden von Sperber war.
Die Kirche dient schon jahrelang als Speicher, die Treppe ist mit Erde auf gefüllt, so dass die Traktoren mühelos rauf- und runterfahren können. Vor 4 Jahren wurde der Kirchturm abgerissen, die Treppe zum Turm war schon lange vorher abgerissen. Längs des Blitzableiters ist ein beherzter Mann hinaufgeklettert, hat eine Seilschlinge um den Turm gelegt und mit Maschinenkraft hat man den Turm dann umgerissen. Da die Russen sehr abergläubisch sind, zeugt es schon von besonderem Mut, so einen Auftrag auszuführen. Das Kupferblech wurde für 4.000 Rubel verkauft. Im ehemaligen Pfarrhaus ist eine Krankenstation. Auf dem Grundstück des Kaufmannes Nötzel befindet sich das Kaufhaus, in dem es Lebensmittel, Schuhe und Stoffe gibt. In den oberen Räumen liegt eine Gaststätte. Der Nötzel'sche Neubau, der später Radio-Böttcher gehörte, mit den Geschäften Lehnert, Kreisnachrichten usw. ist ein planiert. In dem Pfeiffer'schen Haus ist jetzt die Markthalle. Das Dach wurde nicht repariert. Überall regnet es durch. Vom Fleck'schen Haus sind 2 - 3 Treppen zu erkennen, sonst ist alles weg. Das Schuhhaus Taudien steht , es wird z.Z. als Kolchosenkontor eingerichtet. In der Mühle von Wichbert Schulz stehen Kühe und Schweine. Weiter findet man alle Häuser in der Hohen Straße bis zur Lorckstraße. Das Selz'sche Eckhaus allerdings ist ein Schutthaufen. Das Haus von Sattler Homm in der Lorckstraße blieb nicht erhalten. Die Häuser auf der rechten Seite der Lorckstraße, bis zur Kurve sind bewohnt. Das Wohnhaus des alten Bäckers Nötzel, das zurückgebaut im Garten liegt, ist Internat für die Oberschüler, die zum Wochenende nach Hause fahren dürfen. Das Eckhaus Lorckstraße - Schmiedegasse, in dem der Glaser Ritzmann wohnte, steht als einziges auf der linken Seite der Lorckstraße bis zur Kreuzahlerschen Mühle. Daneben hat man einen Privatstall eingerichtet. Der Christeleit'sche Neubau ist in Ordnung, aber da es lange Zeit dort spukte, und die Russen sich sehr davor fürchteten, stand es immer wieder leer. Jetzt soll wohl alles wieder in Ordnung sein. Das Haus ist auch bewohnt. Im Speicher von Wiesenberg und Rieske ist ein Eisenwarengeschäft eingerichtet. Das Haus vom Tischler August ist in diesem Jahr abgebrochen worden. Das kleine Haus Ecke Lorckstraße, Zugang zur Sandstraße wird von einer Russenfamilie bewohnt. Das Haus, in dem der Fuhrhalter Dommasch wohnte, ist weg. Das Haus dahinter ist, ebenso wie ein kleines grünes Haus daneben, erhalten. Gegenüber Wiesenberg und Rieske steht ein zweistöckiges Haus. Das alte Deichamt ist nicht mehr. Das Wohnhaus Sablautzki steht. In der Schmiede Rieske ist eine Mahlmühle eingerichtet. Bis zum Ausgang des Ortes steht dann alles auf der rechten Seite, sowohl Weitkus und auch Szentikals auch die Gastwirtschaft Klein. Auf dem Klapschuweit'schen Grundstück sieht man nur einen hohen Schornstein. In der Witt'schen Werkstatt ist eine Kolchosenschmiede. Das Wohnhaus steht, ebenso das Hillgruber'sche Wohnhaus sowie das Kiwylus'sche Haus gegenüber und ein kleines Haus daneben, in dem Pferdestehen. übrigens herrscht dort schon seit Jahren eine Pferdekrankheit (Blutkrankheit, die sehr ansteckend sein soll). Kuckerneese und Umgebung sind Sperrgebiet. Es darf kein Pferd über die Brücke in Sköpen.
Nun zum Marktplatz: Die Häuser von Bluhm, Sinnhuber und Perkuhn sind in Schutt und Asche. Das Wittrin'sche Haus steht noch als Ruine ohne Türen und Fenster. Das Backhaus ist in Ordnung und versorgt ganz Kuckerneese und Umgegend mit Brot. Das Haus der Volksbank ist stehen geblieben; unten ist ein Kino und oben wird getanzt. Bis zur Hafenstraße ist dann alles ein Schutthaufen. Nun gehen wir über die Hafenstraße. Die Häuser von Scheer, Kywill ebenso Cafe Ernst und die alte Kantorschule stehen, sind aber unbewohnt. In den ersten beiden Gebäuden ist Kunstdung untergebracht. Die Keller haben die Soldaten belegt. Die Häuser der Familien Dannat und Pelludat stehen auch; im ersteren ist ein Getreidespeicher untergebracht, das zweite Haus ist bewohnt. Das Haus des Kaufmannes Wegner und das des Fleischers Klamant sind abgebrochen. Wenn wir die Dammstraße weitergehen, finden wir auf der linken Seite die Siedlung vollständig in Ordnung und von Russen bewohnt. Außerdem steht der gesamte Arbeitsdienst. Die Häuser werden als Speicher benutzt. Die Häuser links und rechts zum Volkspark stehen. Das Wohnhaus der ehemaligen Domäne steht und ist Speicher. Weiter steht dort hinten alles.
Der neue Sportplatz ist verwachsen und wird auch nicht bestellt. Die Russen benutzen den alten Sportplatz, den man erreicht, wenn man am Cafe´ Ernst vorbeigeht. Wenn man die Sellener Chaussee vom Dammstraßenknick verfolgt, findet man alle Gebäude links und rechts der Straße bis auf das letzte auf der linken Seite, das ein Schutthaufen ist.
Nun zur Post zurück. Sie ist von kollektiven Büros belegt. Die Garagen auf dem Hof werden auch als Garagen benutzt. B i s zum Lekensk'schen Kino ist in der Tilsiter Straße nichts mehr, nur noch Brennnesseln und Sträucher. Im Kino selbst ist eine Trockenhalle mit Spezialmaschinen für Getreide. Die Brücke über die alte Gilge war kaputt, ist aber repariert. Der Bauernhof auf der rechten Seite zwischen Brücke und Friedhof ist weg. Zwei Häuser auf der linken Seite stehen. Die Schmiede Enders ist nicht mehr da. Wenn wir nun die Tilsiter Straße zurückgehen und rechts den Knick hinter der Brücke zum Giedat'schen Grundstück, sehen wir nichts als Trümmer.
Im Giedat'schen Garten stehen noch einige Obstbäume, an die zur Reifezeit die Russen Hunde anbinden, damit das Obst nicht geklaut wird.
Nun zurück zum Bahnhof. Im Harder'schen Haus ist eine Schreibstube von der Maschinen - Ausleih - Station. Das Leitner'sche Haus ist bewohnt. Die Gasanstalt ist abgebrochen, das Wohnhaus steht. In einem anderen Gebäude ist die Sauna eingerichtet. Das Götzki'sche Haus ist weg. Bei Motzkau steht nur der Stall, in dem z.Z. Kolchosekälber aufgezogen werden. Das Hotel Deutsches Haus ist mit allen Anbauten verschwunden, nur ein Schutthaufen. Auf dem Hof steht ein Stall.
Von Autovermietung Janz bis Willgalies stehen in der Bahnhofstraße alle Häuser. Das Kretzin'sche Haus in der Tilsiter Straße gegenüber der Post steht und wird von Familien und deren Vieh bewohnt.
In der Hafenstraße steht rechts das alte Scheer'sche Holzhaus nicht mehr, dahinter aber ein zweistöckiges Gebäude. Es ist das letzte auf der rechten Seite . Auf der linken Seite von der Apotheke, die auch eingeäschert ist, stehen alle Häuser bis dort, wo die Felder beginnen. Der Gebetssaal der christlichen Gemeinde ist abgebrochen. Es steht nur noch ein Stall dabei, der als Schlachtstelle dient, in dem auch Juschkewitz Kuh in diesem Frühjahr geschlachtet wurde. Zwei Gebäude schräg rechts vor dem Gebetssaal stehen. Die Ziegelei Kiwylus ist abgebrochen, nur ein Wirtschaftsgebäude blieb erhalten. Es wurde das alte Dach abgenommen und durch einfaches ersetzt. In dem Gebäude steht Vieh. Auf dem Stunkat'schen Grundstück -Klapschuweit - steht auch nur ein Wirtschaftsgebäude. In der Gartenstraße stehen fast alle Gebäude, u.a. auch Fleischer Crasteit.
Das große Eckhaus Gartenstraße – Labeikstraße ist abgebrochen. Wenn man die Verlängerung der Schulstraße über die Wilhelmstraße geht, macht der Weg hinter der Hindenburgschule einen Knick nach links. Die Häuser auf der rechten Seite stehen und sind von Lehrern bewohnt. Die Arbeitsdienstbaracken hinter dem Bahnübergang auf der rechten Seite sind weg. Dafür aber stehen ca. 14 neue kleine Häuschen auf der linken Seite und 2 auf der rechten Seite, direkt vor der alten Gilge.
Die Siedlung Winge ist in Ordnung und wird bewohnt. In der Feldstraße stehen wohl alle Häuser, Schutt ist mir da nicht aufgefallen. Auch in der Sand- und Mittelstraße stehen wohl alle Häuser. Die Post ist in dem Gebäude Mittelstraße Ecke Schmiedegasse, auf der Kitzmann'schen Seite, untergebracht.
Die Kleinbahnschienen sind entfernt, ebenfalls die Wartehäuschen auf den kleinen Stationen. Der Bahndamm dient als Straße, die aber nicht befestigt wurde.
Das Vieh wird den Sommer über im Stall gehalten oder draußen irgendwo am Straßen- oder Wegrand angebunden, denn Zäune gibt es nicht. Die Drähte der alten Zäune liegen auf den Feldern und verkommen. Nur im Herbst, wenn alles eingebracht ist, lässt man das Vieh frei umherlaufen, das abends allein in den Stall zurückfindet.

Kaukehmen/Kuckerneese in Ostpreußen – ein russischer Blogger berichtet
von Alexander Belenkiy – Originalseite http://macos.livejournal.com/1013274.html   11 марта, 2015 / 11. März 2015
Den Ortsplan von Kuckerneese finden Sie
hier Здесь карты!

 Умирающий посёлок не хочет умирать  Ein sterbender Ort will nicht sterben

Wohn- und Geschäftshaus Одно из самых глухих мест Калининградской области. В нескольких километрах граница с Литвой. Вне основных дорог и туристических троп стоит посёлок Ясное, бывший немецкий город Каукемен. И все его объезжают стороной.
Для меня же это было чуть ли не главной точкой маршрута. Здесь сохранилась архитектура старого прусского города, дома не тронуты реконструкцией. Собираясь в Ясное, я ожидал увидеть апокалипсис наяву: единственная найденная в интернете статья рассказывала о полной разрухе и населении, состоящем сплошь из алкашей.
И вот что я увидел в реальности.
Einer der trostlosesten Krähwinkel der Region Kaliningrad – und das nur wenige Kilometer von der Grenze zu Litauen. Alle Straßen und Touristenwege führen an der Siedlung Jasnoje, der ehemaligen deutschen Stadt Kaukehmen, vorbei. Alle machen darum einen Bogen.

Das war für mich fast der wichtigste Punkt der Strecke. Hier ist die Architektur der alten preußischen Stadt erhalten geblieben, die Häuser sind von Rekonstruktion nicht berührt. Als ich mich auf den Weg nach Jasnoje machte, erwartete ich der Apokalypse zu begegnen: der einzige im Internet gefundene Beitrag berichtete von der völligen Zerstörung und von einem von lauter Trinkern bevölkerten Ort
Und nachfolgend das, was ich in der Realität sah.

Kandelaber und Kirche am Markt von Kuckerneese1  Заброшенная, но ещё крепкая старая церковь. Мощёная большая площадь и изящный фонарный столб, в середине которого когда-то были установлены часы. Семьдесят лет назад закончилась история города Каукемен, которая продолжалась четыреста с лишним лет. Несмотря на небольшие размеры, это был настоящий город — “с правом проводить ярмарки”. На этой самой площади они и проходили. А каждые выходные собирался городскойрынок.

 Die verlassene, doch immer noch robuste alte Kirche. Der gepflasterte große Platz und ein eleganter Laternenpfahl in seiner Mitte, an dem einmal eine Uhr befestigt war. Vor siebzig Jahren endete die Geschichte der Stadt Kaukehmen, die mehr als 400 Jahre gedauert hat. Trotz seiner geringen Größe war es eine richtige Stadt - "eine Stadt mit Marktrecht". Dies war eben der Marktplatz. Und jedes Wochenende war hier Markt.

 

 

Ehrenmal für die gefallenen sowjetischen Soldaten

2   20 января 1945 года город был взят силами 182-й стрелковой дивизии 1-го Белорусского фронта. Взят почти без боя, без осады, потому почти не пострадал: очертания старого Каукемена узнаваемы до сих пор. Вот этот мемориал погибшим в те дни советским воинам поставили прямо в старом городском сквере, даже почти не пришлось ничегопеределывать.


Am 20. Januar 1945 wurde die Stadt von der 182. Infanterie-Division der 1. Weißrussischen Front erobert. Die Stadt wurde fast kampflos, ohne Belagerung, eingenommen, darum wurde sie fast nicht in Mitleidenschaft gezogen: die Umrisse des alten Kaukehmen sind bis heute erkennbar. Hier ist ein Denkmal für die in jenen Tagen gefallenen sowjetischen Soldaten errichtet, direkt in der alten städtischen Grünanlage, so dass nicht viel umgestaltet werden musste.

3  Две последние строчки этого стихотворения засели в моей памяти с самого детства. Но яAm Ehrenmal für die gefallenen Sowjetischen Soldaten и не знал, что это песня. Эта память действительно очень нужна людям, и очень многое, к сожалению, стало забываться. Нет, я не о вероломной политике этих или тех, не о миллионе причин, почему так похожие друг на друга люди должны убивать за идею. А о самом факте войны. О том, что это самое ужасное, что может быть на планете. На Земле слишком давно не лились реки крови. Люди забыли её вкус и пока смакуют. Но пост не об этом, извините,отвлёкся.

 Die letzten zwei Zeilen dieses Gedichtes blieben in meinem Gedächtnis seit meiner Kindheit. Doch wusste ich nicht, dass dies ein Lied ist. Diese Erinnerung ist wirklich sehr nötig den Menschen, denn sehr vieles gerät leider in Vergessenheit. Dabei spreche ich nicht von der verräterischen Politik der einen oder anderen, nicht von der millionenfachen Ursache, warum so einander ähnliche Menschen sich gegenseitig um einer Idee willen töten müssen. Ich spreche hier allein vom Fakt des Krieges. Davon, dass dies das Schrecklichste ist, was dem Planeten überhaupt widerfahren kann. Allzu lange flossen auf der Erde keine Flüsse voller Blut. Die Menschen haben den Geschmack des Blutes vergessen und laben sich noch daran. Doch eigentlich wollte ich nicht darüber reden, habe mich abgelenktVor dem Kulturpalast Tamara (Mitarbeiterin).

4 Когда я фотографировал памятник, меня заметила в окно женщина из дома культуры напротив. Она вышла ко мне, поинтересовалась, откуда я, а потом предложила познакомить с местным краеведом Владимиром, который ведёт группу посёлка в “Одноклассниках”. Но тот оказался в другом городе, и Тамара (так зовут сотрудницу ДК) предложила провести экскурсию сама. Посмотрели её клуб. Помещение недавно отремонтировали, в районном бюджете нашлись деньги. А вот на мебель не хватило, она ещё старая, советская. Кинозал же просто огромен! Здесь же проводят дискотеки. Проектор пока не купили, но в планах инициативной Нины сделать здесь кинотеатр когда-нибудь. В Каукемене он когда-тосуществовал.
 Als ich das Mahnmal fotografierte, bemerkte mich eine am Fenster des Kulturpalastes gegenüber stehende Frau. Sie trat zu mir heraus, fragte, woher ich sei und schlug vor, mich mit dem örtlichen Heimatkundler Wladimir bekannt zu machen, welcher die Siedlung im Forum >Odnoklassiki< beschrieben hat. Doch war Wladimir abwesend, und Tamara (so heißt die Mitarbeiterin des Kulturpalastes) schlug vor, mich selbst als Fremdenführerin zu begleiten. Wir besichtigten ihren Klub. Die Räume wurden vor kurzem renoviert worden, im Haushalt des Rajons fand sich Geld dafür. Für neue Möbel allerdings reichte es nicht, es sind noch die alten sowjetischen. Der Kinosaal ist geradezu riesig! Hier werden auch Diskotheken veranstaltet. Ein Projektor konnte noch nicht erstanden werden, doch in den Plänen der energiegeladenen Nina (?, d. Übersetzer) steht hier schon ein Kinotheater. Einst hat es ein solches in Kaukehmen gegeben.

Vrbereitung auf die Fastnachtswoche
5  Я приехал в Ясное спонтанно, не знал, что здесь вообще существует какая-то активность. А общественная жизнь-то бурлит! Ясновцы как раз готовились к Масленице, которую проводили на следующий день, когда я уже улетал в Москву. И опоздал в посёлок всего на пару часов — тем же утром проводили репетицию, провозили на запряжённой лошади чучелозимы.

Ich war nach Jasnoje spontan gekommen, wusste nicht, ob es hier überhaupt irgendwelche Aktivitäten gibt. Dabei sprudelt hier das öffentliche Leben geradezu! Die Einwohner von Jasnoje bereiteten sich gerade auf die Fastnachtswoche am folgenden Tag vor, als ich schon auf dem Weg nach Moskau war. Ich bin nur um ein paar Stunden zu spät gekommen, am gleichen Morgen wurde schon geprobt, ein Pferdegespann transportierte eine den Winter darstellende Strohpuppe.

 

 


Marktlatz mitBushaltestelle
6  После осмотра клуба, мы пошли гулять по посёлку, а я вам пока расскажу его небольшую историю. Простите за Википедию, но переписывать её другими словами будет совсем глупо:

Первое документальное упоминание о селении Каукемен относится к 1532 году — герцог Альбрех пожаловал Якобу Борну в Каукемен корчму. В 1549 году была построена первая деревянная кирха. В 1706 году была построена каменная церковь, в которой в 1722 году появился орган Церковь была построена без колокольни. Её построили в 1884 году. В 1661 году Каукемен получил статус города c правом проводить ярмарки. Город входил в состав Пруссии, позднее Германии. Во время Семилетней войны с 1758 года до 1762 года Каукемен входил в состав России.
К началу XX века Каукемен был самым крупным населённым пунктом округа Эльхнидерунг. В 1905 году здесь был построен газовый завод. В 1904—1905 годах через Каукемен была проложена узкоколейная железная дорога, которая была разобрана после Второй мировой войны.. После Первой мировой город был электрифицирован. Уличное освещение регулировалось детектором сумерек. В 1938 году Каукемен был переименован в Кукернеезе. В 1939 году он насчитывал 4510 жителей, при этом, значительную часть населения составляли этнические литовцы.

Nach der Besichtigung des Klubs machten wir einen Spaziergang durch die Siedlung, und in diesem Zusammenhang erzähle ich Ihnen nun eine kleine Geschichte.
Entschuldigung bei Wikipedia, doch sie mit anderen Worten zu beschreiben, wäre dämlich :
Erstmals wird die Siedlung Kaukehmen im Jahre 1532 erwähnt, als Herzog Albrecht einem gewissen Jakob Borm in Kaukehmen eine Gastwirtschaft schenkte. 1549 wurde hier die erste hölzerne Kirche errichtet. 1706 folgte hier schon eine steinerne Kirche, die 1722 eine Orgel bekam. Die Kirche war ohne Kirchturm. Der Kirchturm wurde erst 1884 gebaut. 1661 wurde Kaukehmen das Stadt- und Marktrecht verliehen. Die Stadt gehörte zu Preußen, später zu Deutschland. Im Verlauf des Siebenjährigen Krieges gehörte Kaukehmen von 1758 bis 1762 zu Russland.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war Kaukehmen eine der größten Siedlungen in der Elchniederung. Im Jahr 1905 wurde hier ein Gaswerk errichtet. In den Jahren 1904-1905 wurde über Kaukehmen eine Schmalspurbahn gebaut, die nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert wurde. Nach dem ersten Weltkrieg wurde die Stadt elektrifiziert, die. Straßenbeleuchtung wurde mittels Dämmerungsschalter gesteuert. Im Jahr 1938 wurde Kaukehmen umbenannt in Kuckerneese. 1939 zählte die Stadt 4510 Einwohner, dabei stellten ethnische Litauer einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung.
Innenansicht Kirche
7  В церкви сегодня органа не осталось, да вообще ничего не осталось. В советские годы, по традиции, располагался коровник. Коров не осталось тоже. Очень хотелось подняться на колокольню, но и лестницуразобрали.

Heute gibt es in der Kirche keine Orgel mehr, wie auch sonst nichts erhalten geblieben ist. In den Jahren der Sowjetmacht befand sich hier traditionsgemäß ein Kuhstall. Die Kühe gibt es übrigens auch nicht mehr. Gerne wollte ich den Kirchturm besteigen, aber die Leiter existiert ebenfalls nicht mehr.








Lenindenkmal 2015 aufgestellt - der Autor meint ein "Götze"
8 Зато прогресс не стоит на месте. Совсем недавно, в январе 2015 года, местное отделение КПРФ привезло в посёлок Ясное новый, золотой памятник Владимиру Ильичу Ленину. Поставили вместо бюста, который там чуть ли не все семьдесят лет стоял. Дорогие друзья-коммунисты, вот объясните мне, неужели ничего более полезного нельзя было сделать для умирающего посёлка, как воткнуть вашего золотого тельца? На те же деньги можно было отреставрировать несколько старинных домов, да пенсионерам раздать хотя бы. Но нет, поставилиистукана.
Der Fortschritt lässt sich allerdings nicht aufhalten. Erst vor kurzem, im Januar 2015, brachte die Ortsgruppe der KP der russischen Föderation nach Jasnoje ein neues Denkmal für Wladimir Iljitsch Lenin. Es kam an dieselbe Stelle, an der fast die ganzen 70 Jahre eine Büste von ihm gestanden hat. Liebe Freunde Kommunisten, erklärt mir doch, hat es denn nichts Nützlicheres für die dahinsiechende Siedlung zu tun gegeben, als euer goldenes Kalb da einzupflanzen? Für das Geld hätte man einige alte Häuser restaurieren können, auch den Rentnern hätte man davon geben können. Aber nein, der Götze musste her.



Ruine hinten rechts -Kantorschule Am Markt 4


9  В двух шагах от Ленина — такая картина. Дома прижимаются друг к другу, но между ними большие просветы. Когда-то улица была застроенаполностью.

Nur einen Steinwurf von Lenin folgendes Bild: die Häuser schmiegen sich aneinander, doch zwischen ihnen sind große Lücken zu sehen. Einst war die Straße komplett bebaut.








Gasthof Scheer Am Markt 7a Ecke Hafenstraße
10    Тот дом, что на прошлой фотографии расположен справа, впрочем, сохранился. Он всё ещё красивый, хотя купол уже упал, стены не красили лет пятьдесят, а сам дом заброшен. На месте других домов с той картинки теперь стоит памятникЛенину.

Das Haus, das auf dem vorigen Bild rechts liegt, ist übrigens erhalten geblieben. Es ist immer noch schön, obwohl die Kuppel schon fehlt und die Wände 50 Jahre lang nicht gestrichen wurden, das Haus selbst ist verlassen. An der Stelle anderer Häuser von jenem Bild steht heute Lenins Denkmal.









Wohnhaus - fast verlassen11    Двор того же дома выглядит так. И здесь становится понятно, что заброшен-то он не полностью. Как минимум одна квартира всё ещё обитаема, там даже стоят новенькие стеклопакеты.

So sieht der Hof jenes Hauses aus. Und hier wird sichtbar, dass das Haus doch nicht ganz verlassen ist. Mindestens eine Wohnung ist noch bewohnt. Da sind sogar neue isolierverglaste Fenster eingesetzt.











Wohnhaus mit Haltestange

12   Повсюду следы прошлого: их не убирали, всё точно так же, как досталось новым жителям 70 лет назад. Для чего эта палка, интересно? Конейпривязывать?


Überall sind Spuren der Vergangenheit sichtbar: sie wurden nicht entfernt, alles blieb so, wie es vor 70 Jahren die neuen Einwohner vorgefunden haben. Wozu diente wohl diese Stange? Hatte man hier Pferde angebunden?







Tilsiter Straße 4, Emil & Pauline Janz (Autovertreter)
13   Всего в Ясном найдётся с десяток подобных многоквартирных домов родом из Германии. За фасадами давно никто не смотрит, и через много лет на свет проступили старинные вывески на стенах. Многие из них прочитать уже невозможно, а вот слева виднеется отчётливая надпись на немецком - Эмиль Янц. Продажа автомобилей. Эта история так меня заинтересовала, что я попросил мою немецкоговорящую подругу связаться с обществом наследников бывшего города Каукемен, такое есть, чтобы разыскать больше информации о господинеЯнце.
Мы нашли в интернете фотографии самого Эмиля и его семьи, но вдруг у живущих ныне потомков есть фотографии дома, как он выглядел раньше. Да и им самим, полагаю, будет интересно взглянуть на современное состояние посёлка. В-общем, если всё сложится — напишу об этом отдельный пост.
Insgesamt findet sich in Jasnoje ein Dutzend ähnlicher Mehrfamilienhäuser aus deutscher Zeit. Die Giebel interessieren schon lange niemanden mehr, und nach vielen Jahren schimmern wieder alte Beschriftungen durch. Viele sind nicht mehr lesbar, doch links ist noch deutlich in deutscher Sprache zu lesen – Emil Janz, Autoverkauf. Das hat mich so interessiert, dass ich meine Deutsch sprechende Freundin gebeten habe, mich mit der Kreisgemeinschaft der ehemaligen Stadt Kaukehmen zu verbinden. Eine solche gibt es, von der ich mehr Auskunft über Herrn Janz bekommen könnte. Wir fanden im Internet ein Bild von Emil und seiner Familie, doch vielleicht haben seine heute noch lebende Nachkommen Bilder des Hauses, wie es früher ausgesehen hat. Es ist anzunehmen, auch für sie wäre es interessant, die Siedlung im heutigen Zustand zu sehen. Wenn alles so bleibt, schreibe ich darüber einen besonderen Bericht.
Wohnhaus




14   Если эти дома отреставрировать, может получиться великолепный туристический городок из старой Пруссии, ныне несуществующейстраны.


Wollte man die Häuser restaurieren, würde daraus ein herrliches Touristenstädtchen aus dem alten Preußen, einem nicht mehr existierenden Land, entstehen.





Wohnhaus15   Домам больше сотни лет, последние семьдесят они пребывают не в лучшем состоянии, но всё равно стоят крепко, не покосились. Ведь почему снесли так много домов в Ясном? Сюда переселяли людей из деревень центральной России, например из Воронежской и Тамбовской областей. Сельские жители не хотели ютиться в квартирах, привыкнув жить в частном доме. Они строили себе жильё, а эти дома пустовали. И лишь некоторые решали занять немецкие квартиры. Потом умирали, уезжали, жилплощадь освобождалась вновь. По сравнению с 4,5 тысячами населения в немецкий период, население уменьшилось на две трети. Сегодня здесь живёт около полуторы тысяч человек во всём сельском поселении. В самом Ясном — несколькосотен.


Die Häuser sind mehr als hundert Jahre alt, doch nach den zurückliegenden 70 Jahren sind sie nicht mehr im besten Zustand und dennoch stehen sie fest und keine Spur schief. Warum hat man in Jasnoje so viele Häuser abgerissen? Hierher wurden Menschen aus Dörfern Zentralrusslands umgesiedelt, so aus den Gebieten Woronesh und Tambow. Die Dorfbewohner wollten nicht in Wohnungen hausen, denn sie waren gewohnt, in eigenen Häusern zu leben. Sie bauten sich Häuser – und die deutschen Häuser blieben leer stehen. Nur wenige entschieden sich für deutsche Wohnungen. Dann wurde gestorben, weggezogen und wieder waren die Wohnungen frei. Im Vergleich zu den 4,5 Tausend Einwohnern zu deutscher Zeit verringerte sich die Einwohnerschaft um zwei Drittel. Heute leben hier etwa 1Hausflur eines Wohnhauses500 Menschen in der ganzen Umgebung, in Jasnoje selbst nur einige Hundert


16   Зайдём внутрь одного из немецких домов. Он тоже не полностью заброшен, здесь живут две семьи. На первой этаже молодожёны с ребёнком. Их не былодома.



Treten wir also in eines der deutschen Häuser ein. Auch dieses Haus ist nicht total verlassen, hier wohnen zwei Familien. Im Erdgeschoss ein junges Paar mit Kind. Die Leute waren nicht zuhause.







Rentnerin Nina mit Kater im Hausflur

17   Наверху над ними — пенсионерка Нина, вместе с мужем и взрослым сыном. Котик тоже живёт с ними. Они да молодые -- единственные оставшиесяжильцы.



Über ihnen wohnt die Rentnerin Nina, zusammen mit ihrem Mann und dem erwachsenen Sohn. Auch der junge Kater lebt mit ihnen. Sie und das junge Paar unten sind die einzigen und letzten Einwohner des Hauses.






Einwohnerin Nina zeigt die verlassene Nebenwohnung
18   В свою квартиру не позвала, но показала пустую соседскую. Конечно, она помнит, как здесь жила её подруга, но потом умерла. Наследники не пожелали жить в посёлке, с тех пор и стоит пустая. И таких пустых квартир — почти все. При этом, во всех прописаны люди, и помногу. Вдруг когда-нибудь дом расселят — халява от государствасвалится.


In ihre eigene Wohnung hat uns Nina nicht eingeladen, hat mir bloß die Nachbarwohnung gezeigt. Natürlich erinnert sie sich daran, wie da ihre Freundin gelebt hat, jedoch dann gestorben ist. Die Nachkommen wollten nicht in der Siedlung bleiben und seitdem steht die Wohnung leer, so wie die meisten der Wohnungen. Es sind in allen Wohnungen Menschen gemeldet, und dabei recht viele. Es könnte ja sein, dass die Einwohner umgesiedelt werden, und dann bekommt man vom Staat eine neue Wohnung.



InnenhofEin Innenhof
19    Волшебный вид из окна. Даже не могу представить, как этот же двор выглядел при прошлойвласти.

Ein wunderbarer Blick aus dem Fenster. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie dieser Hof bei der vorigen Macht ausgesehen haben mag.


21 На одном немецком сайте нашёлся список всех жителей города в 1945 году, с именами, адресами, квартирами. К сожалению, найти старую карту и сопоставить немецкие названия не удалось. У современного Ясного улицы, кажется, вообще никак не называются — онлайн-карты топономикой не владеют. А ведь эта улица тоже была полностью застроена такими домами.

In einer deutschen Website fand sich die Einwohnerliste von 1945, mit Namen und Anschriften. Leider konnte ein alter Stadtplan nicht gefunden werden, um die deutschen Namen zuzuordnen. Im heutigen Jasnoje haben die Straßen anscheinend keine Namen – und Online-Stadtpläne beherrschen die Ortsbezeichnungen nicht. Auch diese Straße war einmal ganz bebaut.

WohnhausWohnhäuser
Hohe Straße 3, Haus Gohse-Taudien












23  Остатки былойроскоши.



Überreste der einstigen Pracht.












Schülergruppe
24  И всё-таки, здесь что-то не так. В полузаброшенном посёлке на удивление много детей. Это первое, что бросается в глаза. Ведь если люди уезжают, бегут — детей они в своих глухоманях не рожают. И не лето сейчас, чтобы внуков к старикамотправлять.



Und dennoch stimmt hier etwas nicht. In der halbverlassenen Siedlung gibt es erstaunlich viele Kinder. Das ist das erste, was einem auffällt. Wenn die Leute wegziehen, davonlaufen, dann werden in den Krähwinkeln doch keine Kinder geboren. Auch ist es nicht Sommer, wenn man die Enkel zu den Alten aufs Land schickt.





Mittelschule in Jasnoje (11 Klassen)




25  В ясном есть средняя школа, все одиннадцатьклассов.



In Jasnoje gibt es eine Mittelschule, mit allen elf Klassen.






Bücherei, Multimedia-Zentrum


26  Ещё есть детская и взрослая библиотеки. Вторая была закрыта, а вообще там чуть ли немультимедиа-центр.



Auch gibt es eine Bücherei für Kinder und eine für Erwachsene. Letztere war gerade geschlossen, es ist eine Art Multimedia-Zentrum.






Mühlespieler in der Kinderbibliothek




27  В детской же библиотеке я как раз оказался во время шашечного турнира по случаю Дня защитникаОтечества.



In der Kinderbücherei fand zur Zeit meines Besuches ein Damespiel-Wettbewerb anlässlich des Tages der Heimatverteidiger statt.




Kaffee-Bar "Darja"


28  Есть даже кафе-бар “Дарья”. Работает он только по выходным: на большее у местных жителей нетденег.




Es gibt sogar eine Kaffee-Bar „Darja“. Allerdings ist sie nur sonntags geöffnet, denn für mehr reicht den Leuten einfach das Geld nicht.







29  Ясное живёт очень бедно и откровенно хреново. Здания, которые могли бы быть памятниками эпохи разрушаются с каждым днём. А ведь этот городок, без шуток, самый хорошо сохранившийся во всей калининградской Пруссии. Здесь нет позднесоветской застройки, весь город — исторический. Жители, конечно, не могут о нём позаботиться должным образом, властям нет дела и нужды — посёлков много, а они одни. Вечный замкнутыйкруг.

Но умирающий посёлок не хочет умирать. Я это увидел в глазах жителей. В словах школьников, звавших играть с ними в футбол. В рассказе пенсионерки Нины, которая живёт в разваливающемся доме, но не уедет из него, даже если предложат новую квартиру в Калининграде. И в амбициозных планах директора клуба Тамары, которая обязательно сделает в посёлке кинотеатр.

Jasnoje lebt sehr arm und für jeden sichtbar beschissen. Gebäude, die als Baudenkmäler einer Epoche dienen könnten, verfallen immer mehr. Dabei war dieses Städtchen, das ist kein Scherz, das am besten erhaltene in ganz Ostpreußen. Hier gibt es keine Bauten aus den letzten Jahren der Sowjetmacht, die ganze Stadt ist eine historisch gewachsene. Natürlich können sich die Einwohner nicht gehörig um die Stadt kümmern, und die Macht selbst sieht das nicht als ihre Sache und Pflicht an: Siedlungen gibt es viele, die Macht ist nur alleine da. Ein ewig geschlossener Kreis.

Doch die dahinsiechende Siedlung will nicht sterben. Das konnte ich in den Augen der Einwohner lesen. Auch in den Worten der Schüler hören, die zum gemeinsamen Fußballspiel einluden. Auch aus der Erzählung der Rentnerin Nina heraushören, die in einem abbruchreifen Haus wohnt, es aber nicht früher verlässt, bevor man ihr nicht eine neue Wohnung in Kaliningrad zur Verfügung stellt. Auch aus den ehrgeizigen Plänen der Klubleiterin Tamara, die in der Siedlung unbedingt ein Kinotheater entstehen lassen will.


Nina und Klubleiterin Tamara in Jasnoje früher Kuckerneese

Quelle: http://macos.livejournal.com/1013274.html
- Übersetzung durch Harry Hägelen, Delmenhorst (vereidigter Übersetzer), Übertragung in die Maschine von Martin Kunst, Ganderkesee
- Diese Bild‐ und Textausgabe ersetzt die Ausgabe vom 23.2.2016, Titel: Ostpreußen – 70 Jahre bei Russland
(Quelle: http://vlada.io/vostochnaya‐prussiya‐70‐let‐v‐sostave‐rossii‐ dort Original‐Titel: Мар 13, 2015 - Восточная Пруссия. 70 лет в составе России)

- Anm. dazu: von Alexander Belenkiy kam nach der ursprünglichen Autorisierung der Hinweis, dass der oben genannte Link die Originalseite ist. Die Seite http://vlada.io hätte ihm den Beitrag gestohlen, Rückgabe nicht möglich. Hier seine Mail vom 29.2.2016 im Originaltext:
“Dear Martin. May I ask you not to use this link to Vlada.io website? This is not my blog at all! This site had stolen my report without my permission and rejected to delete it. I don't want to share this thief's resource. I missed the link and thought that you were talking about my own blog.
Please explain this to the people and share the original link. Thank you: http://macos.livejournal.com/1013274.html

MK, 3. März 2016          Veröffentlicht am 22.02.2017 H.W.Nienke Webmaster Ihre Meinung ist gefragt.

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