Wappen des Kreises Elchniederung

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Die Kirche im Kreisort Heinrichswalde
Berichte zur Person II
Reports to Persons II

 Zu den nachfolgend genannten Pers├Ânlichkeiten findet man hier Berichte:
 Dr. Werner Klaus, Manfred Grusdt, G├╝nter Bartel, Dr. Dietrich Voigt, Wolfgang Klemens, Waltraut Moser-Schrader
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Dr. Werner Klaus STellvertr. Vorsitzender 1996 -2001Nachruf Dr. Werner Klaus
In Trauer und Dankbarkeit haben wir Abschied genommen von Dr. Werner Klaus, geboren am 27. September 1926 in Heinrichswalde/Ostpreu├čen, gestorben am 19. M├Ąrz in Hee├čen bei Bad Eilsen. Werner Klaus hatte bis zu seinem 75. Geburtstag, von 1996 bis 200l, die Funktion des 2. stellvertretenden Vorsitzenden im Vorstand der Kreisgemeinschaft Elchniederung wahrgenommen. Der Vorstand hatte seine konstruktive Mitarbeit sehr gesch├Ątzt. In schwierigen Situationen hatte er immer eine moderate Form gefunden und dabei zum Ausgleich beigetragen. Es war mit ihm eine offene harmonische Zusammenarbeit. ├ťber den Vorstand hinaus hatte er sich bei den Delegierten ein solides Vertrauen erworben.
 Das Engagement von Werner Klaus in der Kreisgemeinschaft reichte aber auch noch weiter zur├╝ck. Er hatte als Sonderbeauftragter zum Gelingen des 40j├Ąhrigen Patenschaftsjubil├Ąums mit der Grafschaft Bentheim in Nordhorn sehr viel beigetragen. Auch in den Jahren zuvor hatte er sich immer wieder f├╝r die Belange der Kreisgemeinschaft Elchniederung in vielfaltiger Weise eingesetzt. Dr. Werner Klaus gilt unser Dank f├╝r seine besonderen Verdienste um den Erhalt und die Pflege der kulturellen Werte unseres Heimatkreises sowie der Heimatverbundenheit mit Ostpreu├čen, besonders in der Kreisgemeinschaft Elchniederung. Wir verlieren einen Freund und ostpreu├čischen Weggef├Ąhrten. Sein Anden
ken werden wir in Ehren halten. Seiner lieben Frau B├Ąrbel und der ganzen Familie gilt unser aufrichtiges Mitgef├╝hl.
Kreisgemeinschaft Elchniederung:  Hans-Dieter Sudau   Kreisvertreter       Reinhold Taudien  Stellv. Kreisvertreter
Aus Heimatbrief Nr. 35

Kirchspielvertreter Manfred GrusdtNachruf Kirchspielvertreter    Wir trauern um Manfred Grusdt, der am 4. Februar 2011 verstorben ist.
geb. 23.09.1929 in Tilsit/Ostpreu├čen           gest. 04.02.2011 in Stolberg/Rheinland
 Manfred Grusdt war seit 2003 Vorsitzender unserer Delegiertenversammlung und Kassenpr├╝fer. Bereits 2000 wurde er als Ersatzmitglied f├╝r die Kirchspielvertreterin von Heinrichswalde, Waltraud Moser-Schrader, gew├Ąhlt und als diese 1. Stellvertretende Vorstandsvorsitzende wurde, nahm er die Position des Kirchspielvertreters an. Bereits 1992 hat er der Kreisgemeinschaft unterst├╝tzend zur Seite gestanden. 1955 hat er am Kreistreffen in Hannover – Herrenhausen teilgenommen und die damaligen Initiatoren Buskies und Klaus kennen gelernt. Manfred Grusdt wurde am 23.09.1929 in Tilsit geboren und verlebte, zusammen mit 5 Geschwistern, die ersten Lebensjahre bis 1936 in Gro├č Friedrichsdorf und ab 01.05.1936 in Heinrichswalde. Sein Vater kam aus dem Kreis Treuburg, war Polizeimeister und sowohl im Au├čendienst als Postenleiter, als auch im Innendienst bei der Kreispolizeibeh├Ârde im Landratsamt t├Ątig. Seine Mutter stammte aus dem Kreis Gumbinnen, wo ihr Vater einen kleinen landwirtschaftlichen Hof besa├č. Nach Volksschulbesuch in Gro├č Friedrichsdorf und Heinrichswalde, ging er 2 Jahre zur Mittelschule und wechselte 1941 auf die Oberschule f├╝r Jungen in Tilsit. Ab Juni 1944 Wehrert├╝chtigungslager (8 Wochen), anschlie├čend 3 Monate Schippeinsatz in S├╝dostpreu├čen. Mitte Oktober Evakuierung nach Pommern und Februar 1945 Flucht ├╝ber Stettin nach Wittenberge. Dort ausgebombt und weiter nach H├Ârup Krs. Flensburg. Januar 1946 bis April 1947 (Mittlere Reife) Friedrich-Paulsen-Schule in Nieb├╝ll. Torfarbeiter, Bauhilfsarbeiter, Landwirtschaftlicher Gehilfe und ab 01.04.1949 Lehre zum Gro├čhandelskaufmann bei einer Genossenschaft in Flettmar/Hann., wo 1949 ein Einfamilienhaus gebaut wurde. Ab 1954 Kfm. Angestellter bei der Rhein. Hauptgenossenschaft in K├Âln, seit September 1955 Gesch├Ąftsf├╝hrer einer Spar- und Darlehnskasse, sp├Ąter Raiffeisenbank und ab 1965 im Vorstand und 1975 hauptamtlicher Vorstandssprecher. Seit 31.12.1992 im Ruhestand. Heirat 1956, Sohn *1959 und Tochter *1964. 1996/97 Bau eines 2- Familienhauses in Stolberg-Gressenich. Nachdem 1991 die Fahrt nach Heinrichswalde m├Âglich wurde, ist M. Grusdt mit seiner Frau und seiner Tochter mit der ersten offiziellen Reisegruppe dort hingefahren. Die Fahrt hat er 1994 wiederholt. Sein ausf├╝hrlicher Bericht ├╝ber den Zustand in Heinrichswalde 1991 wurde im Heft 16 vom M├Ąrz 1992 gedruckt.

Nachruf
 Die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V.  trauert um
Manfred Grusdt
 geb. 23.09.1929 in Tilsit / Ostpreu├čen           gest. 04.02.2011 in Stolberg / Rheinland
Tr├Ąger des silbernen Ehrenzeichens der Landsmannschaft Ostpreu├čen.
Manfred Grusdt verstarb nach langer, schwerer Krankheit. Viele von uns haben, in dieser f├╝r ihn schweren Zeit, Kontakt zu ihm gehalten, um damit ihre Verbundenheit und Beistand zu bekunden.
Bereits 1992 hat er der Kreisgemeinschaft unterst├╝tzend zur Seite gestanden.  Seit 2002 war er Kirchspielvertreter f├╝r Heinrichswalde nachdem er bereits seit 2000 als Stellvertreter f├╝r diese Funktion t├Ątig war. Gleichzeitig war er Versammlungsleiter und Kassenpr├╝fer f├╝r die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. . Er hat seine ganze Kraft eingebracht, um die Erinnerungen an unsere ostpreu├čische Heimat zu erhalten. Dazu geh├Ârte auch seine zus├Ątzliche T├Ątigkeit als Administrator f├╝r das Bildarchiv Ostpreu├čen. Sein Sachwissen zu Ostpreu├čen, besonders zu Heinrichswalde wird sehr schwer zu ersetzen sein. Seine ruhige und bed├Ąchtige Art mit Problemen umzugehen wird bei k├╝nftigen Kreistreffen der Elchniederung sowie des Vorstandes fehlen.

Im Namen des Vorstandes und aller ehrenamtlichen Mitarbeiter.
Manfred Romeike
Vorstandsvorsitzender

Nachruf

G├╝nter Bartel war vom Januar 1997 bis zu seinem Tode im Juli 2010 Delegierter/Kirchspielvertreter f├╝r Neukirch.

G├╝nter Bartel 1928 - 2010G├╝nter Bartel (Regierungsdirektor a.D.) geboren am 18. Mai 1928 in Mallwischken verstarb am 29. Juli 2010.
       Wir danken ihm f├╝r seine geleistete Arbeit und werden sein Andenken in Ehren bewahren.
 Als Kirchspielvertreter hatte er sich um die Belange der ehemaligen Neukircher bem├╝ht, vielerlei Suchanfragen und Auskunftsw├╝nsche ├╝ber das Kirchspiel Neukirch bearbeitet, Unterlagen und Bildmaterial gesammelt. Er wirkte mit bei der Zusammenstellung und Herausgabe des 2003 erschienenen Bildbandes ├╝ber die Kirchengemeinden Neukirch und Weidenau, zu denen er neben den erfreulich vielen Bildern, die ehemalige Neukircher noch besa├čen, selbst auch zahlreiche alte Fotos beisteuern konnte. Bei Orts- und Kreistreffen hielt er Vortr├Ąge u.a. ├╝ber unsere ostpreu├čischen Wurzeln, ├╝ber die Hugenotten und die Salzburger, die K├Ânigin Luise, Napoleon in Ostpreu├čen, den Deutschen Ritterorden, das ÔÇ×Ostpreu├čische Gold“ - den Bernstein usw, die teilweise auch im Heimatbrief ver├Âffentlicht wurden. Er war seit 1993 im Ruhestand, war zweimal in der alten Heimat, besuchte Neukirch, die Elchniederung, die Kurische Nehrung, Tilsit, wo er zuletzt zur Schule gegangen war, und Masuren. Einige seiner Aufnahmen aus dem jetzigen Tilsit erschienen auch im Tilsiter Rundbrief.
Privat besch├Ąftigte sich G├╝nter Bartel mit fremdsprachigen Arbeiten, Ahnenforschung und digitaler Fotografie, machte Reisen im In- und Ausland, schrieb f├╝r die Familienchronik, betreute seinen kleinen Enkel und alte Menschen.

Dr. Dietrich VoigtUnser 1. Webmaster Dr. Dietrich Voigt verstarb am 31. Oktober 2009

Ich lernte ihn 2002 beim Deutschlandtreffen in Berlin kennen.  Dort, im Laufe des Gespr├Ąchs, gab er ├╝berraschend zu erkennen, dass er an einer Mitarbeit in der Kreisgemeinschaft interessiert sei. Das Motiv seines Angebots, so erz├Ąhlte er uns, seien seine mehrmaligen Reisen nach Plaschken im Memelland, woher seine verstorbene erste Ehefrau stammte, und in die Elchniederung. Er selbst stammte aus Schlesien und hatte sich w├Ąhrend seiner beruflichen T├Ątigkeit immer mit Wasserbau- und Meliorationsma├čnahmen besch├Ąftigt. Daher faszinierte ihn dieses von so vielen Flussl├Ąufen durchzogene Niederungsgebiet nicht nur famili├Ąr, sondern auch fachlich. Auf seiner eigenen Homepage http://ostpreussen.dietrich-voigt.de schrieb er u.a. ÔÇ×Es hat mir keine Ruhe mehr gelassen. Nach weiteren Besuchen habe ich mich entschlossen, diese Homepage zu gestalten, damit die gro├čen Leistungen unserer Vorfahren bei der Kultivierung dieses Landes nicht in Vergessenheit geraten.“

Da wir uns innerhalb der Kreisgemeinschaft Elchniederung schon damals mit dem Gedanken eines Internetauftritts befasst hatten und er schon Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt hatte, haben wir sein Angebot nat├╝rlich dankbar  angenommen. Die Einrichtung unserer Webseite www.kreis-elchniederung.de  erfolgte dann auch recht z├╝gig einige Wochen sp├Ąter.

Ich selbst habe Dietrich Voigt als einen liebenswerten, h├Âflichen und ├Ąu├čerst bescheidenen Menschen kennen und sch├Ątzen gelernt und gedenke seiner in freundschaftlicher Verbundenheit.
Udo Ernst – Redaktion Heimatbrief ÔÇ×Die Elchniederung“

F├╝r die Einrichtung, Aktualisierung und Pflege unserer Homepage ist die Kreisgemeinschaft Elchniederung Dr. Dietrich Voigt zu gro├čem Dank verpflichtet. Seine Arbeit verrichtete er stets zielgerichtet, jedoch immer still und bescheiden im Hintergrund.
Wir werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.
Im Namen des Vorstandes und aller ehrenamtlichen Mitarbeiter

Kreisvertreter Manfred Romeike

Nachruf

Die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. trauert um

            • Wolfgang Klemens   Kirchspielvertreter von Sk├Âren

                                                                     Geboren am 13. April 1939                          Gestorben am 03.07.2011
                                                                     in Ansorge/Ostpreu├čen                               in Halberstadt/Sachsen-Anhalt

Wolgang KlemensWolfgang Klemens wurde am  13.04.1939 in Ansorge, Kreis Elchniederung geboren. Seine Eltern, Kurt und Eva Klemens, geb. H├Âllger, waren Bauern. Sie bewirtschafteten dort einen Hof mit etwa 210 Morgen Acker- und Weideland. Die Haupterwerbsquellen waren die Viehwirtschaft und der Getreideanbau. Er hatte noch 4 Geschwister, 2 ├Ąltere und einen j├╝ngeren Bruder und eine j├╝ngere Schwester. Im Oktober 1944 begann die Flucht mit Pferd und Wagen aus Ostpreu├čen in Richtung Westen. Sie endete im April 1945 nach sechsmonatigem Hin und Her im Kreis Osterburg/Altmark, jetzt Sachsen - Anhalt.

Sein Vater geriet im Februar 1945 bei der Verteidigung von Ostpreu├čen, am Br├╝ckenkopf Heiligenbeil, in russische Kriegsgefangenschaft. Er verstarb 14 Tage nach Ende des Krieges im Gefangenenlager in D├╝naburg/Lettland.

Nach der 8j├Ąhrigen Schulzeit beendete Wolfgang Klemens eine 3-j├Ąhrige Lehre als G├Ąrtner und arbeitete danach in der Saatzucht der Fa. N.L. Chrestensen in Erfurt. ├ťber den 2. Bildungsweg hatte er im Direktstudium am Institut f├╝r Lehrerbildung Magdeburg die Grundschullehrerausbildung und an der PH Halle im Fernstudium das Diplomlehrerstudium abgeschlossen. Er unterrichtete vorrangig in den F├Ąchern Mathematik, Geografie und Polytechnik. Ab 1977 war er Direktor einer Landschule im Kreis Halberstadt am Harz und danach Kreisschulinspektor und Fachberater. Von 1993/94 war er bis zum Eintritt ins Rentenalter als Dozent und Sozialp├Ądagoge in der Erwachsenenbildung t├Ątig.
Seine Ehefrau Heike, die auch im Lehramt t├Ątig war, heiratete er 1963.

Zu DDR-Zeiten war Ostpreu├čen ein Tabuthema. Nach der Wende hatte er mit seiner Familie und vielen Verwandten die Heimat mehrmals in Gruppen und privat aufgesucht.

Wolfgang Klemens verstarb nach langer, mit gro├čer Geduld ertragener Krankheit. Als Kirchspielvetreter f├╝r Sk├Âren und kommissarisch f├╝r Kuckerneese hat er viel Kraft f├╝r seinen Heimatkreis Elchniederung eingesetzt. Mit seinem Sachwissen ├╝ber Sk├Âren, Ansorge und Balten hat er seinen Landsleuten wichtige Informationen geben k├Ânnen. Seine ruhige und besonnene Art kam bei unseren Delegierten gut an.

Die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. wird Wolfgang Klemens Andenken bewahren.

Im Namen des Vorstandes und der Delegierten

Manfred Romeike
Vorstandsvorsitzender

 

WWaltraut Moser-Schrader├╝rdigung einer langj├Ąhrigen Protagonistin - Waltraut Moser-Schrader
In diesem Jahr wurde von der Kreisgemeinschaft im Allgemeinen kaum wahrgenommen, dass unsere langj├Ąhrige aktive Mitstreiterin f├╝r die Kreisgemeinschaft 90 Jahre alt geworden ist. Wir waren nat├╝rlich vor Ort und haben ihr zu diesem besonderen Geburtstag pers├Ânlich gratuliert. Erinnern wir uns: Waltraut wurde am 10. April 1926 in Lindental Kreis Elchniederung geboren. Sie war von 1993 bis 2002  Kirchspielvertreterin von Heinrichswalde (danach stellv. Kirchspielvertreterin). Ab 2002 wurde sie zur 1. stellvertretenden  Vorsitzenden unserer Kreisgemeinschaft gew├Ąhlt. Am 14.09.2013Waltraut  Moser Schrader u. Wolfgang Nienke am 10.04.2016 in D├╝bendorf trat sie altersbedingt von ihrer Funktion zur├╝ck. F├╝r Ihre Verdienste wurde sie mit der “Silbernen Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreu├čen” ausgezeichnet. Ihre Aktivit├Ąten sind vielf├Ąltig in unseren Heimatbriefen dokumentiert. Den ersten Beitrag findet man bereits in Heft 3 von 1984 - was bedeutet, dass sie mindestens 30 Jahre f├╝r uns aktiv war. Daf├╝r gilt unser Dank und die W├╝rdigung ihres Lebensweges  f├╝r die alte Heimat. In den nachfolgenden Beitr├Ągen k├Ânnt Ihr noch  mehr ├╝ber sie lesen und erfahren. Besonders der Beitrag ├╝ber ihre Flucht aus Ostpreu├čen, zusammengefasst von einer Cousine, ist interessant und bedeutsam f├╝r viele Schicksale.   Ich habe sie in ihre neuen Heimat D├╝bendorf/Schweiz sowohl im vergangen als auch in diesem Jahr zu ihrer ├ťberraschung besucht. Der Zufall wollte es, dass ich in beiden Jahren in Z├╝rich weilte. In diesem Jahr hatte ich in den Sinne Gl├╝ck, dass ich sie antraf, weil sie vor zwei Stunden aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Ihre Freude und ├ťberraschung war deshalb besonders gro├č.
Wir w├╝nschen ihr weiterhin Gesundheit und  ein erf├╝lltes Leben mit ihrem Horst, der sie liebevoll umsorgt.
Wolfgang Nienke im Auftrage des Vorstandes  2016  (Waltraut ist 2017 gestorben)

Eine engagierte Ostpreu├čin hatte Geburtstag - sie wurde 80 Jahre
Waltraut Moser-Schrader ist am 10. April diesen Jahres 80 Jahre geworden. Geboren wurde sie 1926 in Lindental Kreis Elchniederung. Nach dem Besuch der Volksschule in Lindental hat sie die Verwaltungsausbildung im Landratsamt Heinrichswalde erhalten. Durch  die  Kriegseinwirkungen  mussten  die Elchniederunger  1944 ihre Heimat verlassen. Mit Pferd und Wagen ging die Familie Schrader im Oktober auf die Flucht bis zur ersten Etappe nach Zinten. Dort wurde Waltraut Schra┬ş der durch die Kriegswirren von der Familie getrennt und musste im Winter   1945 das zugefrorene Frische Haff  ├╝berqueren. So gelangte sie dann ├╝ber weitere Etappen nach S├╝ddeutschland, wo sie  nach  3 Jahren ihre Familie wieder fand. Nach  der Eingliederung und Familiengr├╝ndung wurde die  Verbindung zu den  Ostpreu├čen aufgenommen. Durch die famili├Ąren Bindungen zur Schweiz lernte sie ihren jetzigen Ehemann Horst Moser kennen. Waltraut  Moser-Schrader  hat dann durch ihre heimatliche Verbundenheit die Lindentaler Schultreffen veranstaltet. Die Kontakte zu den Heimatvertriebenen f├╝hrte dazu, dass ihr die Kirchspielvertretung f├╝r das Kirchspiel Heinrichswalde/Elchniederung ├╝bertragen wurde. Vor vier Jahren wechselte sie dann in den Vorstand der Kreisgemeinschaft Elchniederung, wo sie auch Stellvertreterin des Kreisvertreters ist. Waltraut Moser-Schrader ist eine engagierte Ostpreu├čin und setzt sich sehr f├╝r ihre Landsleute aus der Elchniederung ein. Die Elchniederunger bedanken sich f├╝r ihren Einsatz in der Heimatkreisgemeinschaft und w├╝nschen ihr und ihrem Ehemann Horst weiterhin Gesundheit  und  eine gemeinsame  gl├╝ckliche Zeit.
 H.-D. Sudau

Die Flucht aus Ostpreu├čen
Waltraut verlebte zusammen mit ihren j├╝ngeren Geschwistern eine gl├╝ckliche Kindheit in Lindental, Kreis Elchniederung in Ostpreu├čen. Ihr Vater bewirtschaftete einen Gutsbetrieb mit kleiner Gastst├Ątte und war B├╝rgermeister von Lindental.
Es war Krieg. Die Schwester von Waltraut entschloss sich, zu ihrer Cousine nach Berlin zu fahren, solange das noch m├Âglich war. Waltraut musste einmal in der Woche in die Kreisstadt Heinrichswalde fahren, um auf dem Landratsamt zu arbeiten. So konnte sie dem Arbeitsdienst entgehen
. Als die Sowjetischen Truppen immer n├Ąher kamen, wurde die Beh├Ârde von Heinrichswalde nach Heiligenbeil verlegt.
Der Vater war im Volkssturm, als die Situation immer prek├Ąrer wurde. Er setzte sich ab, um die Flucht vorbereiten zu k├Ânnen. Am 21. Oktober 1944 musste die Familie mit allen Angestellten Lindental verlassen.
Sie blieben vorerst in Heiligenbeil, bis sie erfuhren, dass Ostpreu├čen auf dem Landweg von Sowjetischen Truppen umzingelt war. F├╝r eine Flucht blieb nur noch der Weg zur Ostsee. Der Danziger Bucht ist die Frische Nehrung vorgelagert. Das ist eine langgestreckte schmale Landzunge von ca. 60 km L├Ąnge und zwei km Breite zwischen Kahlberg und Pillau. Um zum offenen Wasser zu gelangen, musste das Frische Haff ├╝berquert werden, das Wasser zwischen Festland und frischer Nehrung. F├╝r die Fl├╝chtlinge nur m├Âglich bei zugefrorenem Haff
. So wurde Waltraut vorausgeschickt, um die Lage zu erkunden. Als sie die Familie nachholen wollte, denn ganze Fl├╝chtlingsstr├Âme waren bereits auf dem tragbaren Eis, war der Weg zur├╝ck nicht mehr m├Âglich. Sie suchte unter den Fl├╝chtenden vergeblich nach ihrer Familie. Es blieb ihr nichts anderes ├╝brig, als allein weiter zu gehen. So schlug sie sich nach Gotenhafen durch. Sie stand inmitten einer riesigen Menschenmenge am Pier von Gotenhafen an der Ostsee. Vor ihr lag das gewaltige Schiff, die ÔÇ×Wilhelm Gustloff".
Die Menschen waren auf der Flucht vor der immer n├Ąherkommenden Front. Ihre gro├če Hoffnung war das ehemalige Kreuzfahrtschiff der NSDAP, das Hitler in Friedenszeiten f├╝r seine Propagandafahrten ÔÇ×Kraft durch Freude" nutzte. Im Krieg war es zuerst Lazarettschiff der Kriegsmarine und seit November 1940 Wohnschiff der U-Boot-Lehrdivision in Gotenhafen.
Es war Ende Januar 1945 bei Temperaturen von etwa minus 20 Grad. 2,5 Millionen Zivilisten und Soldaten versuchten, ├╝ber die Ostsee ins westliche Deutschland zu fl├╝chten. Alles wollte auf die Wilhelm Gustloff. Darunter auch Waltraut, mit ihren 18 Jahren ganz auf sich allein gestellt
.
Sie beobachtete, wie viele Verwundete auf die Gustloff transportiert wurden, und die gro├če Zahl der Fl├╝chtlinge verzweifelt versuchte, auf das Schiff zu kommen. Aber Waltrauts Hoffnungen wurden j├Ąh zerschlagen, als durch das Megaphon die Durchsage kam, dass nur noch Frauen mit Kindern mitgenommen wurden. So entt├Ąuscht Waltraut damals auch war, das rettete ihr das Leben. Die Wilhelm Gustloff fuhr am 30. Januar 1945 in der Mittagszeit aus und wurde bereits nach 21.00 Uhr von sowjetischen Torpedos getroffen. Es waren ungef├Ąhr 10.200 Menschen auf dem Schiff, 9.000 ertranken, retten konnten sich nur rund 1.200.

Waltraut musste weiter. Der Fl├╝chtlingsstrom schleppte sich durch die K├Ąlte
, die immer wieder angreifenden Kampfbomber aus der Luft l├Âsten Todes├Ąngste aus. So kam Waltraut auf der Halbinsel Hela in der Danziger Bucht an. Es waren 4 Schiffe auf Reede, die Cap Arkona, die Vega und die Swakopmund, die sie mit an Bord nahm. An den Namen des 4. Schiffes kann sie sich nicht erinnern. Alle vier Schiffe wurden von den Booten der Kriegsmarine geleitet, auf deren Geleitschutz davor die Gustloff nicht warten wollte. Die vier Schiffe kamen unbeschadet in L├╝beck an, wo die Passagiere ausstiegen. Der Kapit├Ąn wusste, dass Waltraut ihre Angeh├Ârigen verloren hatte und machte ihr das Angebot, sie mit dem Auto nach Hamburg mitzunehmen. Dort gab es eine Suchdienstzentrale, bei der sie versuchen konnte, etwas ├╝ber ihre Familie zu erfahren.  Sie hatte allerdings dort keinen Erfolg.
Da Waltraut, die im April 19 Jahre alt geworden war, nicht wusste, wo sie hinsollte, bot ihr der Kapit├Ąn an, vorl├Ąufig auf dem Schiff zu bleiben und kleine Arbeiten wie Listen schreiben usw. zu erledigen. Die Schiffe mussten den Hafen von L├╝beck wieder verlassen und fuhren zur├╝ck bis zur d├Ąnischen Insel Bornholm, durften aber nicht anlegen. So kehrten sie wieder um und warfen Anker vor der Insel Fehmarn. Die Besatzung wurde an Land bei Bauern untergebracht.
Vom Kapit├Ąn hatte Waltraut die Erlaubnis erhalten, sich aus den gro├čen Best├Ąnden des Schiffes Bettw├Ąsche, Handt├╝cher usw. rauszusuchen. Damit sie wenigstens etwas h├Ątte, wenn sie an Land w├Ąre. Um die W├Ąsche zu holen, auch Lebensmittel und sonstiges f├╝r die Mannschaft, fuhr sie mit 15 Besatzungsmitgliedern vom Fehmarner Hafen Staberhuk mit der Barkasse auf die Swakopmund, die ca. 3 km vor Fehmarn lag. Die anderen drei Schiffe befanden sich etwa in 1 km Entfernung.
Es war der 3. Mai 1945. Waltraut hatte ihren Seesack prall gef├╝llt und stand auf Deck, als sie pl├Âtzlich infolge einer gro├čen Detonation mit voller Wucht ins Wasser geschleudert wurde. Sie wei├č bis heute noch nicht, wie das geschehen konnte. Alle vier Schiffe wurden von britischen Jagdbombern getroffen. Die Vega brannte, die Cap Arkona ging zusammen mit 6.400 KZ-H├Ąftlingen unter, die Swakopmund wurde nur seitlich getroffen und schwer besch├Ądigt. So fand sich Waltraut im Wasser wieder, sie konnte nicht schwimmen, trug aber eine Schwimmweste. Irgendwie gelang es ihr, sich auf eine im Wasser treibende T├╝r zu legen und mit den anderen Schiffbr├╝chigen die rettende K├╝ste zu erreichen. Ein Mann aus der Besatzung der Swakcopmund kam ums Leben.
Das Schiff wurde 1950 abgewrackt.
Waltraut, die wieder nur das hatte, was sie am Leibe trug, wurde nach einer Nacht auf Fehmarn von den Briten zum Gefangenlager nach Pinneberg transportiert. Am 8. Mai 1945 wurde die Kapitulation unterschrieben, der Krieg war beendet. Der Norden Deutschlands wurde von den Briten besetzt. Nach diversen Verh├Âren kam Waltraut zu einer Bauernfamilie bei Pinneberg, die sie Schwerstarbeit tun lie├č. Sie blieb nur ein paar Tage und ging dann zur Stadtverwaltung nach Itzehoe, um sich f├╝r den Suchdienst registrieren zu lassen und eventuell etwas von ihren Angeh├Ârigen zu erfahren. Der dortige Stadtinspektor machte Waltraut das Angebot, in seine Familie zu kommen. Er hatte f├╝nf Kinder, die sie versorgen und im Haushalt mithelfen sollte. Sie blieb ca. zwei Jahre dort, die Kinder waren ihr ans Herz gewachsen, doch die Atmosph├Ąre in diesem Haus war sehr eisig.
Vor ihrer Flucht hatte der Vater allen eingesch├Ąrft, sich die Adresse der Tante in Baden-W├╝rttemberg zu merken, im Fall sie getrennt w├╝rden
. Nun lag das Allg├Ąu damals im franz├Âsischen Sektor, Post konnte nicht dorthin bef├Ârdert werden.
In Itzehoe traf Waltraut zuf├Ąllig einen Nachbarn aus der Heimat. Bei dem r├╝hrenden Wiedersehen vergossen beide die Zeit, sie wurden nach der Sperrstunde zur englischen Kommandantur gebracht. Ein wei├čer Offizier, der Verst├Ąndnis f├╝r die Situation hatte, machte Waltraut sogar den Vorschlag, bei ihnen zu putzen, zu waschen und f├╝r Ordnung zu sorgen. Aus Angst vor den anderen Engl├Ąndern, die an diesem Abend Dienst hatten - alles gro├če farbige H├╝nen - ging sie nicht darauf ein. Sie traf dann in Itzehoe eine junge Frau aus dem Rheinland, die zur├╝ckwollte. Sie konnte Waltraut ├╝berreden, mit ihr zu kommen. Kein leichtes Unterfangen, da das Rheinland im amerikanischen Sektor lag
. Ein katholischer Priester gab den beiden jungen Frauen Tipps, wie sie durch die Kontrollen gelangen konnten.
So durfte Waltraut ab Sommer 1947 in der Familie der Freundin wohnen und fand Arbeit in einer Seidenfabrik in Krefeld. Es war eine angenehme Zeit, vom st├Ąndigen Hunger abgesehen. Sie lernte in einem Kino einen Berliner kennen, der zur├╝ck nach Berlin wollte. Weil ihre Schuhe den Marsch nicht ausgehalten h├Ątten, gab Waltraut ihm einen Brief an die in Berlin-Adlershof wohnende Cousine mit, zu der vor der Flucht ihre Schwester gefahren war. Der Berliner gab tats├Ąchlich den Brief bei der Cousine ab. Das war am Vormittag. Am gleichen Nachmittag kamen ihre Eltern ebenfalls zu der Cousine, um ihre Tochter, also Waltrauts Schwester, wieder zu sehen.
Kurze Zeit sp├Ąter erhielt Waltraut eine Postkarte von ihren Eltern, adressiert an die Seidenfabrik. Sie schrieben
, dass sie vorhaben, ins Allg├Ąu zu gehen und dort auf sie warten wollten. Damit war der Kontakt endlich nach fast drei Jahren Ungewissheit hergestellt, und die traurige Odyssee fand im Dezember 1947 ihr gl├╝ckliches Ende.

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