Zu den nachfolgend genannten Persönlichkeiten findet man hier Berichte:
 Dr. Werner Klaus, Manfred Grusdt, Günter Bartel, Dr. Dietrich Voigt, Wolfgang Klemens, Waltraut Moser-Schrader,
Siegfried Dietrich, Irmgard Fürstenberg

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Dr. Werner Klaus STellvertr. Vorsitzender 1996 -2001Nachruf Dr. Werner Klaus
In Trauer und Dankbarkeit haben wir Abschied genommen von Dr. Werner Klaus, geboren am 27. September 1926 in Heinrichswalde/Ostpreußen, gestorben am 19. März in Heeßen bei Bad Eilsen. Werner Klaus hatte bis zu seinem 75. Geburtstag, von 1996 bis 200l, die Funktion des 2. stellvertretenden Vorsitzenden im Vorstand der Kreisgemeinschaft Elchniederung wahrgenommen. Der Vorstand hatte seine konstruktive Mitarbeit sehr geschätzt. In schwierigen Situationen hatte er immer eine moderate Form gefunden und dabei zum Ausgleich beigetragen. Es war mit ihm eine offene harmonische Zusammenarbeit. Über den Vorstand hinaus hatte er sich bei den Delegierten ein solides Vertrauen erworben.
 Das Engagement von Werner Klaus in der Kreisgemeinschaft reichte aber auch noch weiter zurück. Er hatte als Sonderbeauftragter zum Gelingen des 40jährigen Patenschaftsjubiläums mit der Grafschaft Bentheim in Nordhorn sehr viel beigetragen. Auch in den Jahren zuvor hatte er sich immer wieder für die Belange der Kreisgemeinschaft Elchniederung in vielfaltiger Weise eingesetzt. Dr. Werner Klaus gilt unser Dank für seine besonderen Verdienste um den Erhalt und die Pflege der kulturellen Werte unseres Heimatkreises sowie der Heimatverbundenheit mit Ostpreußen, besonders in der Kreisgemeinschaft Elchniederung. Wir verlieren einen Freund und ostpreußischen Weggefährten. Sein Anden
ken werden wir in Ehren halten. Seiner lieben Frau Bärbel und der ganzen Familie gilt unser aufrichtiges Mitgefühl.
Kreisgemeinschaft Elchniederung:  Hans-Dieter Sudau   Kreisvertreter       Reinhold Taudien  Stellv. Kreisvertreter
Aus Heimatbrief Nr. 35

Kirchspielvertreter Manfred GrusdtNachruf Kirchspielvertreter    Wir trauern um Manfred Grusdt, der am 4. Februar 2011 verstorben ist.
geb. 23.09.1929 in Tilsit/Ostpreußen           gest. 04.02.2011 in Stolberg/Rheinland
 Manfred Grusdt war seit 2003 Vorsitzender unserer Delegiertenversammlung und Kassenprüfer. Bereits 2000 wurde er als Ersatzmitglied für die Kirchspielvertreterin von Heinrichswalde, Waltraud Moser-Schrader, gewählt und als diese 1. Stellvertretende Vorstandsvorsitzende wurde, nahm er die Position des Kirchspielvertreters an. Bereits 1992 hat er der Kreisgemeinschaft unterstützend zur Seite gestanden. 1955 hat er am Kreistreffen in Hannover – Herrenhausen teilgenommen und die damaligen Initiatoren Buskies und Klaus kennen gelernt. Manfred Grusdt wurde am 23.09.1929 in Tilsit geboren und verlebte, zusammen mit 5 Geschwistern, die ersten Lebensjahre bis 1936 in Groß Friedrichsdorf und ab 01.05.1936 in Heinrichswalde. Sein Vater kam aus dem Kreis Treuburg, war Polizeimeister und sowohl im Außendienst als Postenleiter, als auch im Innendienst bei der Kreispolizeibehörde im Landratsamt tätig. Seine Mutter stammte aus dem Kreis Gumbinnen, wo ihr Vater einen kleinen landwirtschaftlichen Hof besaß. Nach Volksschulbesuch in Groß Friedrichsdorf und Heinrichswalde, ging er 2 Jahre zur Mittelschule und wechselte 1941 auf die Oberschule für Jungen in Tilsit. Ab Juni 1944 Wehrertüchtigungslager (8 Wochen), anschließend 3 Monate Schippeinsatz in Südostpreußen. Mitte Oktober Evakuierung nach Pommern und Februar 1945 Flucht über Stettin nach Wittenberge. Dort ausgebombt und weiter nach Hörup Krs. Flensburg. Januar 1946 bis April 1947 (Mittlere Reife) Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll. Torfarbeiter, Bauhilfsarbeiter, Landwirtschaftlicher Gehilfe und ab 01.04.1949 Lehre zum Großhandelskaufmann bei einer Genossenschaft in Flettmar/Hann., wo 1949 ein Einfamilienhaus gebaut wurde. Ab 1954 Kfm. Angestellter bei der Rhein. Hauptgenossenschaft in Köln, seit September 1955 Geschäftsführer einer Spar- und Darlehnskasse, später Raiffeisenbank und ab 1965 im Vorstand und 1975 hauptamtlicher Vorstandssprecher. Seit 31.12.1992 im Ruhestand. Heirat 1956, Sohn *1959 und Tochter *1964. 1996/97 Bau eines 2- Familienhauses in Stolberg-Gressenich. Nachdem 1991 die Fahrt nach Heinrichswalde möglich wurde, ist M. Grusdt mit seiner Frau und seiner Tochter mit der ersten offiziellen Reisegruppe dort hingefahren. Die Fahrt hat er 1994 wiederholt. Sein ausführlicher Bericht über den Zustand in Heinrichswalde 1991 wurde im Heft 16 vom März 1992 gedruckt.

Nachruf
 Die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V.  trauert um
Manfred Grusdt
 geb. 23.09.1929 in Tilsit / Ostpreußen           gest. 04.02.2011 in Stolberg / Rheinland
Träger des silbernen Ehrenzeichens der Landsmannschaft Ostpreußen.
Manfred Grusdt verstarb nach langer, schwerer Krankheit. Viele von uns haben, in dieser für ihn schweren Zeit, Kontakt zu ihm gehalten, um damit ihre Verbundenheit und Beistand zu bekunden.
Bereits 1992 hat er der Kreisgemeinschaft unterstützend zur Seite gestanden.  Seit 2002 war er Kirchspielvertreter für Heinrichswalde nachdem er bereits seit 2000 als Stellvertreter für diese Funktion tätig war. Gleichzeitig war er Versammlungsleiter und Kassenprüfer für die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. . Er hat seine ganze Kraft eingebracht, um die Erinnerungen an unsere ostpreußische Heimat zu erhalten. Dazu gehörte auch seine zusätzliche Tätigkeit als Administrator für das Bildarchiv Ostpreußen. Sein Sachwissen zu Ostpreußen, besonders zu Heinrichswalde wird sehr schwer zu ersetzen sein. Seine ruhige und bedächtige Art mit Problemen umzugehen wird bei künftigen Kreistreffen der Elchniederung sowie des Vorstandes fehlen.

Im Namen des Vorstandes und aller ehrenamtlichen Mitarbeiter.
Manfred Romeike
Vorstandsvorsitzender

Nachruf

Günter Bartel war vom Januar 1997 bis zu seinem Tode im Juli 2010 Delegierter/Kirchspielvertreter für Neukirch.

Günter Bartel 1928 - 2010Günter Bartel (Regierungsdirektor a.D.) geboren am 18. Mai 1928 in Mallwischken verstarb am 29. Juli 2010.
       Wir danken ihm für seine geleistete Arbeit und werden sein Andenken in Ehren bewahren.
 Als Kirchspielvertreter hatte er sich um die Belange der ehemaligen Neukircher bemüht, vielerlei Suchanfragen und Auskunftswünsche über das Kirchspiel Neukirch bearbeitet, Unterlagen und Bildmaterial gesammelt. Er wirkte mit bei der Zusammenstellung und Herausgabe des 2003 erschienenen Bildbandes über die Kirchengemeinden Neukirch und Weidenau, zu denen er neben den erfreulich vielen Bildern, die ehemalige Neukircher noch besaßen, selbst auch zahlreiche alte Fotos beisteuern konnte. Bei Orts- und Kreistreffen hielt er Vorträge u.a. über unsere ostpreußischen Wurzeln, über die Hugenotten und die Salzburger, die Königin Luise, Napoleon in Ostpreußen, den Deutschen Ritterorden, das „Ostpreußische Gold“ - den Bernstein usw, die teilweise auch im Heimatbrief veröffentlicht wurden. Er war seit 1993 im Ruhestand, war zweimal in der alten Heimat, besuchte Neukirch, die Elchniederung, die Kurische Nehrung, Tilsit, wo er zuletzt zur Schule gegangen war, und Masuren. Einige seiner Aufnahmen aus dem jetzigen Tilsit erschienen auch im Tilsiter Rundbrief.
Privat beschäftigte sich Günter Bartel mit fremdsprachigen Arbeiten, Ahnenforschung und digitaler Fotografie, machte Reisen im In- und Ausland, schrieb für die Familienchronik, betreute seinen kleinen Enkel und alte Menschen.

Dr. Dietrich VoigtUnser 1. Webmaster Dr. Dietrich Voigt verstarb am 31. Oktober 2009

Ich lernte ihn 2002 beim Deutschlandtreffen in Berlin kennen.  Dort, im Laufe des Gesprächs, gab er überraschend zu erkennen, dass er an einer Mitarbeit in der Kreisgemeinschaft interessiert sei. Das Motiv seines Angebots, so erzählte er uns, seien seine mehrmaligen Reisen nach Plaschken im Memelland, woher seine verstorbene erste Ehefrau stammte, und in die Elchniederung. Er selbst stammte aus Schlesien und hatte sich während seiner beruflichen Tätigkeit immer mit Wasserbau- und Meliorationsmaßnahmen beschäftigt. Daher faszinierte ihn dieses von so vielen Flussläufen durchzogene Niederungsgebiet nicht nur familiär, sondern auch fachlich. Auf seiner eigenen Homepage http://ostpreussen.dietrich-voigt.de schrieb er u.a. „Es hat mir keine Ruhe mehr gelassen. Nach weiteren Besuchen habe ich mich entschlossen, diese Homepage zu gestalten, damit die großen Leistungen unserer Vorfahren bei der Kultivierung dieses Landes nicht in Vergessenheit geraten.“

Da wir uns innerhalb der Kreisgemeinschaft Elchniederung schon damals mit dem Gedanken eines Internetauftritts befasst hatten und er schon Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt hatte, haben wir sein Angebot natürlich dankbar  angenommen. Die Einrichtung unserer Webseite www.kreis-elchniederung.de  erfolgte dann auch recht zügig einige Wochen später.

Ich selbst habe Dietrich Voigt als einen liebenswerten, höflichen und äußerst bescheidenen Menschen kennen und schätzen gelernt und gedenke seiner in freundschaftlicher Verbundenheit.
Udo Ernst – Redaktion Heimatbrief „Die Elchniederung“

Für die Einrichtung, Aktualisierung und Pflege unserer Homepage ist die Kreisgemeinschaft Elchniederung Dr. Dietrich Voigt zu großem Dank verpflichtet. Seine Arbeit verrichtete er stets zielgerichtet, jedoch immer still und bescheiden im Hintergrund.
Wir werden ihn in ehrender Erinnerung behalten.
Im Namen des Vorstandes und aller ehrenamtlichen Mitarbeiter

Kreisvertreter Manfred Romeike

Nachruf

Die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. trauert um

                                                                     Geboren am 13. April 1939                          Gestorben am 03.07.2011
                                                                     in Ansorge/Ostpreußen                               in Halberstadt/Sachsen-Anhalt

Wolgang KlemensWolfgang Klemens wurde am  13.04.1939 in Ansorge, Kreis Elchniederung geboren. Seine Eltern, Kurt und Eva Klemens, geb. Höllger, waren Bauern. Sie bewirtschafteten dort einen Hof mit etwa 210 Morgen Acker- und Weideland. Die Haupterwerbsquellen waren die Viehwirtschaft und der Getreideanbau. Er hatte noch 4 Geschwister, 2 ältere und einen jüngeren Bruder und eine jüngere Schwester. Im Oktober 1944 begann die Flucht mit Pferd und Wagen aus Ostpreußen in Richtung Westen. Sie endete im April 1945 nach sechsmonatigem Hin und Her im Kreis Osterburg/Altmark, jetzt Sachsen - Anhalt.

Sein Vater geriet im Februar 1945 bei der Verteidigung von Ostpreußen, am Brückenkopf Heiligenbeil, in russische Kriegsgefangenschaft. Er verstarb 14 Tage nach Ende des Krieges im Gefangenenlager in Dünaburg/Lettland.

Nach der 8jährigen Schulzeit beendete Wolfgang Klemens eine 3-jährige Lehre als Gärtner und arbeitete danach in der Saatzucht der Fa. N.L. Chrestensen in Erfurt. Über den 2. Bildungsweg hatte er im Direktstudium am Institut für Lehrerbildung Magdeburg die Grundschullehrerausbildung und an der PH Halle im Fernstudium das Diplomlehrerstudium abgeschlossen. Er unterrichtete vorrangig in den Fächern Mathematik, Geografie und Polytechnik. Ab 1977 war er Direktor einer Landschule im Kreis Halberstadt am Harz und danach Kreisschulinspektor und Fachberater. Von 1993/94 war er bis zum Eintritt ins Rentenalter als Dozent und Sozialpädagoge in der Erwachsenenbildung tätig.
Seine Ehefrau Heike, die auch im Lehramt tätig war, heiratete er 1963.

Zu DDR-Zeiten war Ostpreußen ein Tabuthema. Nach der Wende hatte er mit seiner Familie und vielen Verwandten die Heimat mehrmals in Gruppen und privat aufgesucht.

Wolfgang Klemens verstarb nach langer, mit großer Geduld ertragener Krankheit. Als Kirchspielvetreter für Skören und kommissarisch für Kuckerneese hat er viel Kraft für seinen Heimatkreis Elchniederung eingesetzt. Mit seinem Sachwissen über Skören, Ansorge und Balten hat er seinen Landsleuten wichtige Informationen geben können. Seine ruhige und besonnene Art kam bei unseren Delegierten gut an.

Die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. wird Wolfgang Klemens Andenken bewahren.

Im Namen des Vorstandes und der Delegierten

Manfred Romeike
Vorstandsvorsitzender

 

WWaltraut Moser-Schraderürdigung einer langjährigen Protagonistin - Waltraut Moser-Schrader
In diesem Jahr wurde von der Kreisgemeinschaft im Allgemeinen kaum wahrgenommen, dass unsere langjährige aktive Mitstreiterin für die Kreisgemeinschaft 90 Jahre alt geworden ist. Wir waren natürlich vor Ort und haben ihr zu diesem besonderen Geburtstag persönlich gratuliert. Erinnern wir uns: Waltraut wurde am 10. April 1926 in Lindental Kreis Elchniederung geboren. Sie war von 1993 bis 2002  Kirchspielvertreterin von Heinrichswalde (danach stellv. Kirchspielvertreterin). Ab 2002 wurde sie zur 1. stellvertretenden  Vorsitzenden unserer Kreisgemeinschaft gewählt. Am 14.09.2013Waltraut  Moser Schrader u. Wolfgang Nienke am 10.04.2016 in Dübendorf trat sie altersbedingt von ihrer Funktion zurück. Für Ihre Verdienste wurde sie mit der “Silbernen Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreußen” ausgezeichnet. Ihre Aktivitäten sind vielfältig in unseren Heimatbriefen dokumentiert. Den ersten Beitrag findet man bereits in Heft 3 von 1984 - was bedeutet, dass sie mindestens 30 Jahre für uns aktiv war. Dafür gilt unser Dank und die Würdigung ihres Lebensweges  für die alte Heimat. In den nachfolgenden Beiträgen könnt Ihr noch  mehr über sie lesen und erfahren. Besonders der Beitrag über ihre Flucht aus Ostpreußen, zusammengefasst von einer Cousine, ist interessant und bedeutsam für viele Schicksale.   Ich habe sie in ihre neuen Heimat Dübendorf/Schweiz sowohl im vergangen als auch in diesem Jahr zu ihrer Überraschung besucht. Der Zufall wollte es, dass ich in beiden Jahren in Zürich weilte. In diesem Jahr hatte ich in den Sinne Glück, dass ich sie antraf, weil sie vor zwei Stunden aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Ihre Freude und Überraschung war deshalb besonders groß.
Wir wünschen ihr weiterhin Gesundheit und  ein erfülltes Leben mit ihrem Horst, der sie liebevoll umsorgt.
Wolfgang Nienke im Auftrage des Vorstandes  2016  (Waltraut ist 2017 gestorben)

Eine engagierte Ostpreußin hatte Geburtstag - sie wurde 80 Jahre
Waltraut Moser-Schrader ist am 10. April diesen Jahres 80 Jahre geworden. Geboren wurde sie 1926 in Lindental Kreis Elchniederung. Nach dem Besuch der Volksschule in Lindental hat sie die Verwaltungsausbildung im Landratsamt Heinrichswalde erhalten. Durch  die  Kriegseinwirkungen  mussten  die Elchniederunger  1944 ihre Heimat verlassen. Mit Pferd und Wagen ging die Familie Schrader im Oktober auf die Flucht bis zur ersten Etappe nach Zinten. Dort wurde Waltraut Schra­ der durch die Kriegswirren von der Familie getrennt und musste im Winter   1945 das zugefrorene Frische Haff  überqueren. So gelangte sie dann über weitere Etappen nach Süddeutschland, wo sie  nach  3 Jahren ihre Familie wieder fand. Nach  der Eingliederung und Familiengründung wurde die  Verbindung zu den  Ostpreußen aufgenommen. Durch die familiären Bindungen zur Schweiz lernte sie ihren jetzigen Ehemann Horst Moser kennen. Waltraut  Moser-Schrader  hat dann durch ihre heimatliche Verbundenheit die Lindentaler Schultreffen veranstaltet. Die Kontakte zu den Heimatvertriebenen führte dazu, dass ihr die Kirchspielvertretung für das Kirchspiel Heinrichswalde/Elchniederung übertragen wurde. Vor vier Jahren wechselte sie dann in den Vorstand der Kreisgemeinschaft Elchniederung, wo sie auch Stellvertreterin des Kreisvertreters ist. Waltraut Moser-Schrader ist eine engagierte Ostpreußin und setzt sich sehr für ihre Landsleute aus der Elchniederung ein. Die Elchniederunger bedanken sich für ihren Einsatz in der Heimatkreisgemeinschaft und wünschen ihr und ihrem Ehemann Horst weiterhin Gesundheit  und  eine gemeinsame  glückliche Zeit.
 H.-D. Sudau

Die Flucht aus Ostpreußen
Waltraut verlebte zusammen mit ihren jüngeren Geschwistern eine glückliche Kindheit in Lindental, Kreis Elchniederung in Ostpreußen. Ihr Vater bewirtschaftete einen Gutsbetrieb mit kleiner Gaststätte und war Bürgermeister von Lindental.
Es war Krieg. Die Schwester von Waltraut entschloss sich, zu ihrer Cousine nach Berlin zu fahren, solange das noch möglich war. Waltraut musste einmal in der Woche in die Kreisstadt Heinrichswalde fahren, um auf dem Landratsamt zu arbeiten. So konnte sie dem Arbeitsdienst entgehen
. Als die Sowjetischen Truppen immer näher kamen, wurde die Behörde von Heinrichswalde nach Heiligenbeil verlegt.
Der Vater war im Volkssturm, als die Situation immer prekärer wurde. Er setzte sich ab, um die Flucht vorbereiten zu können. Am 21. Oktober 1944 musste die Familie mit allen Angestellten Lindental verlassen.
Sie blieben vorerst in Heiligenbeil, bis sie erfuhren, dass Ostpreußen auf dem Landweg von Sowjetischen Truppen umzingelt war. Für eine Flucht blieb nur noch der Weg zur Ostsee. Der Danziger Bucht ist die Frische Nehrung vorgelagert. Das ist eine langgestreckte schmale Landzunge von ca. 60 km Länge und zwei km Breite zwischen Kahlberg und Pillau. Um zum offenen Wasser zu gelangen, musste das Frische Haff überquert werden, das Wasser zwischen Festland und frischer Nehrung. Für die Flüchtlinge nur möglich bei zugefrorenem Haff
. So wurde Waltraut vorausgeschickt, um die Lage zu erkunden. Als sie die Familie nachholen wollte, denn ganze Flüchtlingsströme waren bereits auf dem tragbaren Eis, war der Weg zurück nicht mehr möglich. Sie suchte unter den Flüchtenden vergeblich nach ihrer Familie. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als allein weiter zu gehen. So schlug sie sich nach Gotenhafen durch. Sie stand inmitten einer riesigen Menschenmenge am Pier von Gotenhafen an der Ostsee. Vor ihr lag das gewaltige Schiff, die „Wilhelm Gustloff".
Die Menschen waren auf der Flucht vor der immer näherkommenden Front. Ihre große Hoffnung war das ehemalige Kreuzfahrtschiff der NSDAP, das Hitler in Friedenszeiten für seine Propagandafahrten „Kraft durch Freude" nutzte. Im Krieg war es zuerst Lazarettschiff der Kriegsmarine und seit November 1940 Wohnschiff der U-Boot-Lehrdivision in Gotenhafen.
Es war Ende Januar 1945 bei Temperaturen von etwa minus 20 Grad. 2,5 Millionen Zivilisten und Soldaten versuchten, über die Ostsee ins westliche Deutschland zu flüchten. Alles wollte auf die Wilhelm Gustloff. Darunter auch Waltraut, mit ihren 18 Jahren ganz auf sich allein gestellt
.
Sie beobachtete, wie viele Verwundete auf die Gustloff transportiert wurden, und die große Zahl der Flüchtlinge verzweifelt versuchte, auf das Schiff zu kommen. Aber Waltrauts Hoffnungen wurden jäh zerschlagen, als durch das Megaphon die Durchsage kam, dass nur noch Frauen mit Kindern mitgenommen wurden. So enttäuscht Waltraut damals auch war, das rettete ihr das Leben. Die Wilhelm Gustloff fuhr am 30. Januar 1945 in der Mittagszeit aus und wurde bereits nach 21.00 Uhr von sowjetischen Torpedos getroffen. Es waren ungefähr 10.200 Menschen auf dem Schiff, 9.000 ertranken, retten konnten sich nur rund 1.200.

Waltraut musste weiter. Der Flüchtlingsstrom schleppte sich durch die Kälte
, die immer wieder angreifenden Kampfbomber aus der Luft lösten Todesängste aus. So kam Waltraut auf der Halbinsel Hela in der Danziger Bucht an. Es waren 4 Schiffe auf Reede, die Cap Arkona, die Vega und die Swakopmund, die sie mit an Bord nahm. An den Namen des 4. Schiffes kann sie sich nicht erinnern. Alle vier Schiffe wurden von den Booten der Kriegsmarine geleitet, auf deren Geleitschutz davor die Gustloff nicht warten wollte. Die vier Schiffe kamen unbeschadet in Lübeck an, wo die Passagiere ausstiegen. Der Kapitän wusste, dass Waltraut ihre Angehörigen verloren hatte und machte ihr das Angebot, sie mit dem Auto nach Hamburg mitzunehmen. Dort gab es eine Suchdienstzentrale, bei der sie versuchen konnte, etwas über ihre Familie zu erfahren.  Sie hatte allerdings dort keinen Erfolg.
Da Waltraut, die im April 19 Jahre alt geworden war, nicht wusste, wo sie hinsollte, bot ihr der Kapitän an, vorläufig auf dem Schiff zu bleiben und kleine Arbeiten wie Listen schreiben usw. zu erledigen. Die Schiffe mussten den Hafen von Lübeck wieder verlassen und fuhren zurück bis zur dänischen Insel Bornholm, durften aber nicht anlegen. So kehrten sie wieder um und warfen Anker vor der Insel Fehmarn. Die Besatzung wurde an Land bei Bauern untergebracht.
Vom Kapitän hatte Waltraut die Erlaubnis erhalten, sich aus den großen Beständen des Schiffes Bettwäsche, Handtücher usw. rauszusuchen. Damit sie wenigstens etwas hätte, wenn sie an Land wäre. Um die Wäsche zu holen, auch Lebensmittel und sonstiges für die Mannschaft, fuhr sie mit 15 Besatzungsmitgliedern vom Fehmarner Hafen Staberhuk mit der Barkasse auf die Swakopmund, die ca. 3 km vor Fehmarn lag. Die anderen drei Schiffe befanden sich etwa in 1 km Entfernung.
Es war der 3. Mai 1945. Waltraut hatte ihren Seesack prall gefüllt und stand auf Deck, als sie plötzlich infolge einer großen Detonation mit voller Wucht ins Wasser geschleudert wurde. Sie weiß bis heute noch nicht, wie das geschehen konnte. Alle vier Schiffe wurden von britischen Jagdbombern getroffen. Die Vega brannte, die Cap Arkona ging zusammen mit 6.400 KZ-Häftlingen unter, die Swakopmund wurde nur seitlich getroffen und schwer beschädigt. So fand sich Waltraut im Wasser wieder, sie konnte nicht schwimmen, trug aber eine Schwimmweste. Irgendwie gelang es ihr, sich auf eine im Wasser treibende Tür zu legen und mit den anderen Schiffbrüchigen die rettende Küste zu erreichen. Ein Mann aus der Besatzung der Swakcopmund kam ums Leben.
Das Schiff wurde 1950 abgewrackt.
Waltraut, die wieder nur das hatte, was sie am Leibe trug, wurde nach einer Nacht auf Fehmarn von den Briten zum Gefangenlager nach Pinneberg transportiert. Am 8. Mai 1945 wurde die Kapitulation unterschrieben, der Krieg war beendet. Der Norden Deutschlands wurde von den Briten besetzt. Nach diversen Verhören kam Waltraut zu einer Bauernfamilie bei Pinneberg, die sie Schwerstarbeit tun ließ. Sie blieb nur ein paar Tage und ging dann zur Stadtverwaltung nach Itzehoe, um sich für den Suchdienst registrieren zu lassen und eventuell etwas von ihren Angehörigen zu erfahren. Der dortige Stadtinspektor machte Waltraut das Angebot, in seine Familie zu kommen. Er hatte fünf Kinder, die sie versorgen und im Haushalt mithelfen sollte. Sie blieb ca. zwei Jahre dort, die Kinder waren ihr ans Herz gewachsen, doch die Atmosphäre in diesem Haus war sehr eisig.
Vor ihrer Flucht hatte der Vater allen eingeschärft, sich die Adresse der Tante in Baden-Württemberg zu merken, im Fall sie getrennt würden
. Nun lag das Allgäu damals im französischen Sektor, Post konnte nicht dorthin befördert werden.
In Itzehoe traf Waltraut zufällig einen Nachbarn aus der Heimat. Bei dem rührenden Wiedersehen vergossen beide die Zeit, sie wurden nach der Sperrstunde zur englischen Kommandantur gebracht. Ein weißer Offizier, der Verständnis für die Situation hatte, machte Waltraut sogar den Vorschlag, bei ihnen zu putzen, zu waschen und für Ordnung zu sorgen. Aus Angst vor den anderen Engländern, die an diesem Abend Dienst hatten - alles große farbige Hünen - ging sie nicht darauf ein. Sie traf dann in Itzehoe eine junge Frau aus dem Rheinland, die zurückwollte. Sie konnte Waltraut überreden, mit ihr zu kommen. Kein leichtes Unterfangen, da das Rheinland im amerikanischen Sektor lag
. Ein katholischer Priester gab den beiden jungen Frauen Tipps, wie sie durch die Kontrollen gelangen konnten.
So durfte Waltraut ab Sommer 1947 in der Familie der Freundin wohnen und fand Arbeit in einer Seidenfabrik in Krefeld. Es war eine angenehme Zeit, vom ständigen Hunger abgesehen. Sie lernte in einem Kino einen Berliner kennen, der zurück nach Berlin wollte. Weil ihre Schuhe den Marsch nicht ausgehalten hätten, gab Waltraut ihm einen Brief an die in Berlin-Adlershof wohnende Cousine mit, zu der vor der Flucht ihre Schwester gefahren war. Der Berliner gab tatsächlich den Brief bei der Cousine ab. Das war am Vormittag. Am gleichen Nachmittag kamen ihre Eltern ebenfalls zu der Cousine, um ihre Tochter, also Waltrauts Schwester, wieder zu sehen.
Kurze Zeit später erhielt Waltraut eine Postkarte von ihren Eltern, adressiert an die Seidenfabrik. Sie schrieben
, dass sie vorhaben, ins Allgäu zu gehen und dort auf sie warten wollten. Damit war der Kontakt endlich nach fast drei Jahren Ungewissheit hergestellt, und die traurige Odyssee fand im Dezember 1947 ihr glückliches Ende.

Vorstellung des Kirchspielvertreters von Weidenau - Siegfried Dietrich
Kirchspielvertreter Siegfried DietrichSiegfried Dietrich war seit 1995 Vertreter für das das Kirchspiel Weidenau (Pokraken), hier für die im Kreis Elchniederung liegenden Ortsgemeinden, und ab 2007 auch für die im Kreis Tilsit-Ragnit liegenden Ortsgemeinden, deren Einwohner bislang von der Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit betreut wurden. Diese Teilung des Kirchspiels kommt daher, dass 1896 mit dem Bau der Kirche in Pokraken (Weidenau) dann das neue Kirchspiel beide Landkreise berührte. 1991 und 1996 besuchte er seine Stammheimat. In seiner bisherigen Zeit als Kirchspielvertreter hat er zahlreiche Anfragen aus dem Kirchspiel Weidenau (Pokraken) beantworten können bzw. war bei Problemlösungen behilflich. Für den Bildband „Elchniederung“ konnte er zahlreiche Fotos aus alter und neuerer Zeit beisteuern und hat im Heimatbrief auch mehrere Beiträge veröffentlicht. Gern bringt er sich in die Arbeit und Aufgaben der Kreisgemeinschaft ein und steht dieser auch mit Rat und Tat bei. Er wurde am 25.8.1933 in Tilsit geboren und wuchs bei seinen Großeltern in Motzfelde, Kreis Elchniederung, auf, bis am 14.10.1944 die Flucht begann, die ihn dann über verschiedene Wege Ende März 1945 nach Bühren bei Wildeshausen i.O. führte. Dort beendete er seine Schulzeit an einer Dorfschule, machte die Ausbildung zum Landwirt und war dann weiter als solcher praktisch tätig. Sein beruflicher Weg führte ihn nach freiwilliger Bundeswehrzeit an eine DEULA-Landmaschinenschule bei Wunstorf, später Nienburg/Weser, wo er als Fahrlehrer und Landtechnischer Lehrer in der Erwachsenenausbildung bis zu seinem Ruhestand 1993 tätig war. Mit seiner Frau baute er sich in Marklohe 1970 ein Wohnhaus und dort wuchsen auch seine beiden Kinder auf. Seit 2005 ist er verwitwet. Sein Hobby ist sein Oldtimer-Motorrad und die Fotografie. Als Lesestoff bevorzugte er historische und zeitgenössische Sachbücher, vertieft sich aber besonders gern in die Bücher von Hermann Sudermann und Ernst Wiechert.
Am 4. Dezember 2019 starb unser langjähriger Kirchspielvertreter von Weidenau und Neukirch. Er wurde 86 Jahre alt.
In dieser Funktion engagierte er sich aktiv von 1995 bis 2017. Darüber hinaus war er langjährig als Kassenprüfer in unserem Verein tätig.

Dr. Günter Spilgies sagte über ihn:
Er kommt aus Motzfelde / Motzwethen, aus dem Dorf, in dem auch meine Großeltern Wedller ihren Hof hatten. In unserer Familie war Siegfried schon vor dem Krieg bekannt. Ich kannte ihn schon vor meiner aktiven Zeit in der Kreisgemeinschaft Elchniederung, als Siegfried begann, Daten und Informationen aus Motzfelde und aus der Elchniederung zu sammeln, zu beschreiben und zu veröffentlichen. Mir persönlich hatte er viel zu erzählen über Motzfelde, über Baltruscheiten und über unsere Familie. Jetzt kann ich ihn nicht mehr fragen, wie war das bei uns zu Hause?

DietrichSiegfried2019

Ehemalige Kirchspielvertreterin für Groß Friedrichsdorf starb am 20.12.2019 in Magdeburg
Irmgard Fürstenberg, eine unserer rührigsten Kirchspielvertreterinnen, ist nunmehr seit 1996 als Kirchspielvertreterin für das Kirchspiel Groß Engagierte Ostpreußin Irmgard FüstenbergFriedrichsdorf tätig. Geboren wurde sie am 06.07.1929 in Tilsit, wuchs in Groß Friedrichsdorf auf und erlebte nach dem Kriege bis 1948 die Schreckensherrschaft der Sowjets in Ostpreußen. Nach der Vertreibung aus ihrer Heimat landete sie in der „SBZ“, der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands. Dort kam sie bei der „DR“ der „Deutschen Reichsbahn“ in die Lehre und war als Eisenbahnerin im Fahrkartenverkauf und als Aufsicht bis zum Eintritt in den Ruhestand tätig. Irmgard Fürstenberg engagiert sich in vielfältiger Weise für Ostpreußen. Sie kümmert sich nicht nur um ihre Kirchspiel-Schäfchen aus Groß Friedrichsdorf, sie organisiert auch regelmäßig Reisen in die alte Heimat und hält Vorträge in Schulen. Dort berichtet sie den Schülern über ihre Heimat Ostpreußen, sie erzählt ihnen aber auch über die Schrecken von Flucht und Vertreibung aus eigenem Erleben. Neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für Ostpreußen kümmert sie sich um ihre Kinder und Enkelkinder und, nicht zu vergessen, sie ist begeisterte Chorsängerin im Singekreis Magdeburg, in dem auch ostpreußisches Liedgut zu Gehör gebracht wird.

„Vorstellung der Mitarbeiter“ Aus unserem Heimatbrief Heft 55 Pfingsten 2012

Irmgard Fürstenberg, Kirchspielvertreterin für Groß Friedrichsdorf

Geboren bin ich am 06.07.1929 in Groß Friedrichsdorf. Mein Vater war Ernst Fürstenberg, meine Mutter Magda Fürstenberg geb. Kaempf. Die Eltern meines Vaters hießen Leopold Fürstenberg und Martha Fürstenberg geb. Matigkeit. Die Eltern meiner Mutter waren Eduard Kaempf und Frederike Kaempf geb. Keller.
Ich bin in Groß Friedrichsdorf aufgewachsen und habe dort bis zur 8.Klasse die Schule besucht. Im März 1944 wurde ich in der Kirche zu Groß Friedrichsdorf konfirmiert. Ich habe eine Schwester, Ingrid. Sie wurde 1931 geboren.
Im Oktober 1944 rückte die Front näher und wir sind nach Zinten – Heiligenbeil gebracht worden. Mein Vater war beim Zoll in Schmalleningken beschäftigt. Der Zoll wurde aufgelöst und mein Vater wurde Soldat. In einem Gefangenenlager bei Brest ist er 1946 gestorben.
Im Februar 1945 sind wir mit Fuhrwerken nach Ladiau gebracht worden. Dort trafen wir die Großeltern. Dann sind wir zusammen über das Eis des Frischen Haffes gelaufen, mit nur einem Rucksack. Vor dem Haff haben wir noch unseren Großvater verloren. Irgendwie sind wir dann bis Pillau gekommen, aber kein Schiff hat uns aufgenommen. Aus welchem Grund auch immer sind wir zu Verwandten nach Rauschen gekommen. Am 15. April, ohne das ein Schuss gefallen ist, waren die Russen da. Wir wurden aus den Häusern getrieben und es begann eine schlimme Zeit. Gelebt haben wir von dem was wir noch fanden oder Brennnesseln, den ersten Sauerampfer. Am 9. Mai, dem Kriegsende, waren wir in Labiau. Nun ging es weiter nach Heinrichswalde, in die Insthäuser von Bierfreund, dann weiter nach Stucken. Als dort 1946 das Hochwasser kam, gab es eine Gelegenheit von Litauern über den Rußstrom geholt zu werden. Nun bin ich dort von einem Ort zum anderen bettelnd gelaufen. Eine Zeitlang war ich auch bei Litauern in Tauroggen. !948 bin ich von Tilsit aus einige Wochen mit einem Güterzug unterwegs gewesen. In Brandenburg an der Havel wurden wir in ein Quarantänelager gebracht. Ich bin dann in Glienicke, Nordbrandenburg, eingemeindet worden. Nun habe ich bei der Bahn am Fahrkartenschalter gearbeitet. Meine Prüfung als Fahrkartenverkäuferin und Aufsicht habe ich in der Abendschule gemacht.
1953 habe ich meinen Mann Heinz Berg in Hohen – Neuendorf bei Berlin geheiratet. Dort sind auch meine Kinder geboren. Noch vor dem Bau der Mauer ist mein Mann nach Westdeutschland gegangen. 1968 wurde meine Ehe geschieden. Meine Mutter lebte zu der Zeit in Magdeburg. Ich bin nun auch nach Magdeburg gezogen. Dort habe ich weiter bei der Bahn gearbeitet. 1987 erlitt ich einen Herzinfarkt. Nun bekam ich einen Reisepass und konnte meine Verwandten in Peine besuchen. Wir fuhren nach Steinhude und lernten die Kreisgemeinschaft Elchniederung kennen. 1990 gründeten wir den Ostpreußenverein in Magdeburg. Dort bin ich im Vorstand. Auch in der Singegruppe bin ich sehr gern dabei.
Seit 1996 bin ich Kirchspielvertreterin für Groß Friedrichsdorf. Ich habe viele Heimatfreunde und solange es mir möglich ist, werde ich gern für die Kreisgemeinschaft Elchniederung arbeiten.
Anmerkung von der Redaktion: Irmgard lebt und liebt die Kreisgemeinschaft, bei jedem Treffen in Bad Nenndorf oder Reisen bringt sie Leben in die Hütte. Irmgard Du bist ein Juwel für die Kreisgemeinschaft. Sie wurde am 15.09.2012 für weitere vier Jahre in ihrem Amt als Kirchspielvertreterin bestätigt! “  2019 konnte sie aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder gewählt werden.

Am 19. Dezember verstarb unsere langjährige Kirchspielvertreterin von Groß Friedrichsdorf im gesegneten Alter von 90 Jahren.
Mit ihr verlieren wir eine unserer engagiertesten Mitarbeiterinnen unseres Heimatvereins aus der Elchniederung. Irmgard war schon vor über 60 Jahren bei dem Abschluss des Patenschaftsvertrages mit der Grafschaft Bentheim dabei und auch bei der Feier zum 60. Jahrestages aus Anlass dieses Ereignisses. Sie war unzählige Male in der alten Heimat, zuletzt 2012 mit dem Vorstand und den anderen Kirchspielvertretern. Im vergangenen Jahr konnte sie noch einmal bei unserem Kreistreffen in Bad Nenndorf teilnehmen, was ihr sehr zu Herzen ging.
Wesentlich für uns alle war ihre Aufgeschlossenheit und Freude am gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinschaft und dem ostpreußischen Leben überhaupt. Nach 1990 war sie auch an der Gründung des Heimatvereins in Magdeburg aktiv beteiligt. Über ihr Leben konnten Sie mehr im ersten Teil dieses Berichtes lesen.
Für uns alle wird unvergessen sein, dass  bei unseren Treffen immer am Abschlussabend von ihr in einem gemeinsamen Kreis das Lied “Kein schöner Land in dieser...” Zeit angestimmt wurde. In diesem Jahr mussten wir bereits das Lied ohne sie, aber in Gedenken an sie alleine singen. Sie war zu dieser Zeit bereits sehr krank.
Irmchen du wirst uns immer fehlen ...
 Horst Wolfgang Nienke Dezember 2019
                                             
Die Sehnsucht nach der  Heimat war so groß wie die Liebe!
Stimmen zu Irmgard:
Peter Westphal ... mit dem Verlust von Irmgard verlieren wir ein nicht zu ersetzendes Urgestein!

Irmgard Fürsteberg an ihrem 89. Geburtstag
Letzte Teilnahme am KT 2018 in Bad Nenndorf

Anton Wilhelm von Zuccalmaglio (1838)

Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit, Abendzeit.

Da haben wir so manche Stund'
gesessen wohl in froher Rund'
und taten singen;
die Lieder klingen
im Eichengrund.

Dass wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad'.

Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.

Ihr Brüder wisst, was uns vereint,
eine andre Sonne hell uns scheint;
in ihr wir leben,
zu ihr wir streben
als die Gemeind'.

Irmgard Fürstenberg in Frauenburg 2012

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Berichte zur Person II
Reports to Persons II

Wappen des Kreises Elchniederung
Die Kirche im Kreisort Heinrichswalde