Zu den nachfolgend genannten Pers├Ânlichkeiten, die ehrenamtlich f├╝r unsere Kreisgemeinschaft t├Ątig sind Dr. G├╝nter Spilgies, Wolfgang Nienke, Ruth Rehn, Erich Sperber, Siegfried Dietrich, Ruth Woldeit, Waltraut Moser-Schrader
Dieter Wenskat, Irmgard F├╝rstenberg, Udo Ernst, Heidrun Jost, Ines Laue, Prof.Dr. Hertel, Peter Westphal

Helfen Sie mit die Seite zu vervollst├Ąndigen, wenn Sie Informationen oder Fotos zu diesen Pers├Ânlichkeiten haben.

 

Webmaster Wolgang NienkeUnser neuer Webmaster stellt sich vor:
Ich hei├če Horst Wolfgang Nienke und wurde 1937 im sog. Postlerhaus in Herdenau (Kallningken) Kreis Elchniederung geboren. Mein Vater Fritz stammte aus Schakendorf (1900 – 1963) und meine Mutter Herta geb. Petrick aus J├╝ndszen Kreis Heydekrug (1906 – 1975). Alle anderen Vorfahren stammten im Wesentlichen aus dem Kreisen Elchniederung und Heydekrug. Meinen detaillierten Lebenslauf sowie meine Ahnentafel k├Ânnen Sie auf meiner pers├Ânlichen Internetseite
www.w-nienke.de lesen. Nachdem das Memelgebiet (1939) wieder zu Deutschland geh├Ârte, zogen meine Eltern nach Heydekrug, wo mein Vater als Postbeamter arbeitete. Mein Vater wurde allerdings sehr bald zur Feldpost eingezogen. Als die Front 1944 immer n├Ąher r├╝ckte bem├╝hte sich meine Mutter um die Evakuierung. So kamen wir bereits im August 1944 mit dem Zug nach Heiligenbeil und dann Ende August 1944 weiter nach St├Ântzsch bei Pegau in Sachsen. 1948 zogen wir arbeitsbedingt nach K├Âthen/Anhalt. Nach Ende der Grundschule lernte ich den Beruf eines Maschinenschlossers, dann ging ich 1955 – 1957 freiwillig zur Kasernierten Volkspolizei, die 1956 in die Nationale Volksarmee umgebildet wurde. Von 1958 bis 1961 studierte ich F├Ârdertechnik in Ro├čwein/ Sa. Danach arbeitete ich als Konstrukteur im Baggerbau und machte in dieser Zeit ein Fernstudium zum Schwei├čingenieur. 1964 wechselte ich die Firma (SKL Magdeburg Dieselmotoren und Chemieanlagen – 8.500 Besch├Ąftigte) und war noch kurze Zeit als Konstrukteur t├Ątig, ging dann aber in die Organisations- und Datenverarbeitung. Hier war ich sp├Ąter Abteilungs- und Hauptabteilungsleiter. Mein 2. Fernstudium von 1975 bis 1980 an der TH Magdeburg konnte ich mit dem Abschluss als Dipl.- Ing.-├ľkonom beenden. Nach der Wende arbeitete ich noch bis 1995 im DEBIS-Systemhaus als Softwareberater f├╝r SAP-Produkte.
Von 1963 bis 2014 war ich mit Karin geb. Breitr├╝ck verheiratet. Mit meiner Frau Karin, die st├Ąndig mitgearbeitet hatte, haben wir zwei Kinder aufgezogen, haben zwei Enkel und seit Mai 2010 unseren 1. Urenkel. Meine geliebte Frau Karin starb leider viel zu fr├╝h 2014 im Alter von 74 Jahren.
 Als DDR- B├╝rger hatten wir fast gar nicht ├╝ber unsere ehemalige Heimat geredet, es war ein Tabu. Deshalb kann ich ├╝ber Details meiner Heimat recht wenig berichten. Lediglich an Heydekrug habe ich recht gute Erinnerungen, denn dort wurde ich 1944 noch eingeschult. Zwischenzeitlich war ich mit meiner Frau mehrmals in Ostpreu├čen. Allerdings meist nur im Memelgebiet, da man dorthin ohne Visum einreisen kann. Sehr bedauerlich f├╝r mich ist z.B. auch, dass ich unser ostpreu├čisches Platt nicht gelernt hatte. Lediglich einige Spr├╝che aus Erz├Ąhlungen meiner Eltern sind mir im Ged├Ąchtnis haften geblieben. So z.B. der Satz, den ein Saufkumpan seinem Freund zurief als dieser nach Querung eines zugefrorenen Flusses eingebrochen war: ÔÇ×Faohr wohl lever Broader, weer wandle hier oak nech opp Rose!“ Langeweile hatte ich nach Eintritt in das Rentenzeitalter nie, denn ich bin vielf├Ąltig ehrenamtlich t├Ątig: Vorsitzender einer Garagengemeinschaft, Vorsitzender eines Kleing├Ąrtnervereins, F├╝hrungen am Wasserstra├čenkreuz Magdeburg f├╝r den Freundeskreis WSK bei der URANIA Magdeburg, Pflege von 3 verschiedenen Homepages, Admin im Rahmen des Bildarchivs Ostpreu├čen, Englischkurs und Besuch eines Fitnessstudios. Nat├╝rlich freue ich mich ├╝ber die neueste Aufgabe – unsere Internetseite und w├╝nsche mir, dass Sie aktiv an seiner Gestaltung teilhaben.
Horst Wolfgang Nienke E-Mail: webmaster@kreis-elchniederung.de  Tel. +49 177 23 35 643

Ehrung f├╝r Ruth Rehn!
Ruth Rehn - ausgezeichnet mit der Silbernen Ehrennadel OPRuth Rehn betreut die Heimatgruppe Elchniederung in Hamburg seit Mai 1998.
Als Ruth Kasper wurde Frau Rehn am 27.12. 1927 in Deschen bei Heinrichswalde im Kreis Elchniederung geboren. Getauft in Heinrichswalde, dort wurde sie am 6. April 1942 auch konfirmiert.
Die Volksschule besuchte sie in Gr├╝nbaum, da es f├╝r 310 Dorfbewohner keine Schule gab. Nach dem ├╝blichen Landjahr musste die Familie im Oktober 1944 die Heimat verlassen. Unter sehr vielen Schwierigkeiten kamen sie auf der Halbinsel Peyse an. Dort war die Flucht vorerst zu Ende. ├ťber K├Ânigsberg ging es wieder nach Hause zur├╝ck, und dort mussten sie bei den Sowjets f├╝r 400 Gramm Brot t├Ąglich arbeiten. Alte und kranke Menschen bekamen nichts.
Erst 1948 wurden sie nach Mitteldeutschland ausgewiesen, konnten aber 1954 ├╝ber Schleichwege nach Westberlin. Im Jahre 1957 zogen sie nach Hamburg
Beruflich hatte sie ein schweres Los gezogen. Als Elektro-Schwei├čerin hatte sie gearbeitet und ist bis zur Kolonnenf├╝hrerin aufgestiegen.
Aber es war immer noch Zeit f├╝r die Betreuung der Elchniederunger. Sie organisierte Vortragsreihen, Kaffeenachmittage und Fahrten mit der Gruppe.
In W├╝rdigung ihrer langj├Ąhrigen Arbeit f├╝r die Elchniederunger in Hamburg ├╝berreichen wir Ihnen die
Silberne Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreu├čen.
Bad Nenndorf am 2. Oktober 2010

Ehrung f├╝r Erich Sperber!
Erich Sperber erhielt die Silberne Ehrennadel OPErich Sperber wurde am 11.06. 1926 in Kussenberg (fr├╝her Packus) geboren. Dort wurde er auch im April 1935 eingeschult. Nach dem Umzug im Jahre 1940 nach Rauterskirch (Lappienen) konnte er an der Hermann-G├Âring-Schule 1943 seinen Abschluss machen und im April die Tischlerlehre beim Tischler Kukuk in Seckenburg antreten. Dieser Weg entlang der Gilge von Rauterskirch nach Seckenburg wurde nicht t├Ąglich zur├╝ckgelegt, sondern beim Lehrmeister gab es eine Kammer f├╝r den Stift Sperber.
Zur Hitlerjugendzeit gab es zus├Ątzliche Arbeit, mit Panzer- und Sch├╝tzengr├Ąben schaufeln, erst in Litauen und sp├Ąter in Polen. Die Front kam immer n├Ąher und im Oktober begann die Flucht aus der Elchniederung imSein Werkzeug spendete er 2010 dem Museum in Heinrichswalde Schleppkahn ├╝ber die Gilge.
Herr Sperber musste f├╝r den Volkssturm zur├╝ck nach Rauterskirch. Dort bekam er Weihnachten 1944 die Nachricht, dass seine Mutter schon in Pommern ist. Am 9. Februar 1945 war die Sowjetarmee da.
Nun begann der lange Weg bis L├╝chow-Dannenberg.
Durch Busreisen in den Jahren 1994 - 1997 hat er Ursula Plischkauskene kennengelernt. ├ťber ihr Schicksal wurde gesprochen, so entstand eine Freundschaft, die bis heute dauert. Herr Sperber unterst├╝tzte sie bei der Reparatur ihres Hauses. Es wurden Fenster, T├╝ren und Au├čenverkleidung erneuert. Sp├Ąter wurde auch das Kinderheim von Schwester Barbara (vom Puschendorfer Orden) in Heinrichswalde in 8 Wochen hergerichtet. Nun folgte das Haus von Tatjana Botscherova, sie ist die Vorsitzende der Frauengruppe in Heinrichswalde (Slawsk). Alle Arbeiten wurden zum Selbstkostenpreis und aus Liebe zur Heimat Elchniederung ausgef├╝hrt.
In W├╝rdigung seiner au├čergew├Âhnlichem Leistungen und seines Einsatzes f├╝r Ostpreu├čen verleiht die Landsmannschaft Herrn Erich Sperber die
Silberne Ehrennadel.
Bad Nenndorf am 2. Oktober 2010

Ehrung f├╝r Siegfried Dietrich!
Siegfried Dietrich erhielt 2010 die Silberne Ehrennadel OP
Siegfried Dietrich wurde am 25.08. 1933 in Tilsit geboren und wuchs bei seinen Gro├čeltern in Motzfelde auf. Am 14.10. 1944 begann die Flucht, die ihn dann ├╝ber verschiedene Wege Ende M├Ąrz 1945 nach B├╝hren bei Wildeshauseni.O. f├╝hrte. Dort beendete er seine Schulzeit, machte die Ausbildung zum Landwirt und war dann weiter als solcher praktisch t├Ątig.
Sein beruflicher Weg f├╝hrte ihn dann nach freiwilliger Bundeswehrzeit an die Landmaschinenschule bei Wunstorf, sp├Ąter Nienburg/Weser, wo er als Fahrlehrer und landtechnischer Lehrer in der Erwachsenen-Ausbildung bis zu seiner Pensionierung 1993 besch├Ąftigt war.
Als Kirchspielvertreter f├╝r das Kirchspiel Pokraken/Weidenau ab 1995 hat er zahlreiche Anfragen beantworten k├Ânnen bzw. war bei Probleml├Âsungen behilflich.
Den Bildband Neukirch-Weidenau hat er zusammen mit G├╝nter Bartel erstellt. F├╝r seine Beitr├Ąge bei den Delegiertenversammlungen sagen wir herzlichen dank. Seine Hobbys sind die Fotografie und die Ausfahrten und Reparaturen seines Oldtimer-Motorrades.
In W├╝rdigung seiner Leistungen und seines Einsatzes f├╝r die Elchniederung verleiht die Landsmannschaft Ostpreu├čen Herrn Siegfried Dietrich die Silberne Ehrennadel.
Bad Nenndorf am 2. Oktober 2010

Vorstellung der Kirchspielvertreterin von Inse und Karkeln Ruth Woldeit
0909-ASchalkRuth Woldeit, Kirchspielvertreterin von Inse, Loye, Tawe und Karkeln. Am 4. Mai 1996 bin ich, Ruth Woldeit, in Steinhude zur Kirchspielvertreterin von Inse und 2009 auch von Karkeln gew├Ąhlt worden. Ich bin am 31.07.1929 in Tawe geboren. Mein Vater, Friedrich Woldeit, war selbst├Ąndiger Schmiedemeister. Meine Mutter, Anna Woldeit geb. Hornig, kam aus Liebenfelde, wo ihre Eltern einen Bauernhof hatten. Wir Kinder, ich habe noch zwei Schwestern und einen Bruder (er wird heute noch vermisst), waren immer in den Sommerferien bei den Gro├čeltern. Von 1936 – 1944 besuchte ich die Volksschule in Tawe. Am 10. April 1944 wurde ich in Kreuzingen konfirmiert, somit ergab es sich auch, dass ich am 1.Mai 1944 mein Pflichtjahr in Kreuzingen beginnen konnte. Im Juli kamen die ersten Trecks  von Tilsit. Ich bin im Oktober mit Frau Amelong Fortsetzung der Reihe und ihren f├╝nf Kindern zuerst nach Sch├Ânbaum bei Danzig mit dem Zug herausgekommen. Da sie f├╝nf Kinder hatte, konnte sie schon fr├╝her ausreisen. Im M├Ąrz kamen wir mit dem Schiff ÔÇ×Mars – Bremen“ nach D├Ąnemark, H├Ârup - Klint. Bis August 1947 waren wir da interniert. Von da aus kam ich nach Hagen/Westfalen, wo ich mich dann weiterbilden konnte. Bis zum Eintritt in den Ruhestand war ich in namhaften Firment├Ątig. Ab Juli 1992 war ich siebenmal in Ostpreu├čen. Vom Schicksal vertrieben, habe ich mir in Dortmund ein kleines H├Ąuschen geschaffen. Hier bin ich jetzt zu Hause, aber meine Heimat ist das Kurische Haff und Ostpreu├čen.
Ruth Woldeit Schotteweg 23 44379 Dortmund Tel. 0231-760160  rwoldeit@t-online.de (Heimatbrief Nr.54)

Vorstellung des Kirchspielvertreters von Kuckerneese und Sk├Âren - Dr. G├╝nter Spilgies (2009 bis 2016)

Die Aufgaben des Kirchspielvertreters f├╝r das Kirchspiel Kuckerneese hat bisher Wolfgang Klemens kommissarisch neben seinen Aufgaben f├╝r das Kirchspiel Sk├Âren wahrgenommen. Aus pers├Ânlichen Gr├╝nden hatte Wolfgang Klemens die zus├Ątzlichen Aufgaben f├╝r Kuckerneese abgegeben. Daher wurde am 26.09.2009 auf der Mitgliederversammlung der Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. in Bad Nenndorf f├╝r das Kirchspiel Kuckerneese als neuer Kirchspielvertreter Dr. G├╝nter Spilgies gew├Ąhlt:
Stellve Kirchspielvertreter Dr. G├╝nter SpillgiesIch m├Âchte mich hiermit vorstellen. Am 04. April 1938 bin ich auf dem Hof meiner Eltern Ilka Spilgies, geb. Wedler (1913-2001) und Herbert Spilgies (1903- 1950) in Baltruscheiten K. (sp├Ąter Balten), Kr. Elchniederung geboren. Ich geh├Âre damit noch zu der ÔÇ×Erlebnisgeneration“. Im Herbst 1944 bin ich genau einen Tag in der Schule in Balten zur Schule gegangen. Am 12. Oktober 1944 begann die Flucht, die zun├Ąchst bis ins Samland ging. Am 28. Januar wurden wir von der russischen Front n├Ârdlich von K├Ânigsberg ├╝berrollt, und nach langen Wanderungen gelangte die Familie mit Mutter, Gro├čmutter und 5 Kindern schlie├člich nach Nemonien am Kurischen Haff, wo wir die Zeit bis zur Aussiedlung nach Th├╝ringen (29. September bis 12. Oktober 1948) ├╝berlebten. Die Flucht endete am 5. November 1948 nach ├ťberschreiten der Zonengrenze in Th├╝ringen. Schulzeit in D├Ârverden, Krs. Verden und in Verden, davon ein Jahr als Austauschsch├╝ler in den USA. Nach dem Abitur Wehrdienst und Studium der Physikin Bonn, Hannover und Darmstadt. 28 Jahre Berufst├Ątigkeit in der Polymer- und Faserforschung in der chemischen Industrie. Seit Oktober 2000 bin ich pensioniert. Ich bin verheiratet mit Lore Spilgies, geb Zackariat. Wir haben 3 S├Âhne, die in M├╝nchen und Aachen wohnen.
Nach der Mauer├Âffnung haben wir die Heimat mehrmals besucht, zun├Ąchst in Gruppenreisen, dann mit dem Fahrrad und mit eigenem Auto. Durch die Mitarbeit am Bildarchiv-Ostpreussen habe ich viele Kontakte zur Kreisgemeinschaft Elchniederung bekommen, daraus resultiert dann auch der Vorschlag, die Aufgaben des Kirchspielvertreters f├╝r das Kirchspiel Kuckerneese zu ├╝bernehmen.
Seit 2011 hatte er zus├Ątzlich die Vertretung des Kirchspiels Sk├Âren ├╝bernommen. Im gleichen Jahr (bis 2015) ├╝bernahm er die Funktion des Vorsitzenden der Delegiertenversammlung. 2016 gab er die Funktion des Kirchspielvertreters ab und wurde Stellvertreter.
Im Rahmen unseres Kreistreffens wurde er 2016 mit der Silbernen Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreu├čen ausgezeichnet.
Am 10.09.2016 wurde er zum stellv. Kirchspielvertreter gew├Ąhlt.

Dieter Wenskat, Kirchspielvertreter von Kreuzingen und Gowarten (Aus Heimatbrief Nr.54 Dezember 2011)

Dieter Wenskat - verantwortlich f├╝r Kreuzingen und GowartenDer Krieg war vor einem Monat und 5 Tagen f├╝r beendet erkl├Ąrt worden. Da wurde Dieter Wenskat ca. 1000 km von Gerhardsweide, Kreis Elchniederung, entfernt in Elmshorn, Schleswig-Holstein, am 13. Juni 1945 geboren, wo seine Mutter mit ihrem Sohn Walter und den Eltern Albert und Mathilde Kamann geb. M├╝ller nach der Flucht in einem 15,00 m┬▓ Zimmer eingewiesen waren. Seinen Vater hat er bis heute nicht kennen gelernt, er sucht ihn heute noch. In Klein Offenseth-Sparrieshoop hatte Opa Kamann fast die gleiche Moorgegend wie in Liedemeiten, wo er von seinem kleinen Hof fl├╝chten, musste gefunden. (Er sagte nicht Gerhardsweide, den Namen hatte Hitler seiner Heimat gegeben, und der gefiel ihm nicht.) Hier im Moor, zwei Kilometer vom Dorf, entfernt hat Dieter Wenskat viel ├╝ber die Heimat von den Gro├čeltern erz├Ąhlt bekommen. Allerdings lernte er auch hier, was es hei├čt Fl├╝chtling zu sein. Es waren nicht alle freundlich zu den Fl├╝chtlingen. Seine Mutter, die in Ostpreu├čen bei der Eierverwertung in Kreuzingen gearbeitete hatte, bekam schnell eine Arbeit in einer G├Ąrtnerei und Opa Kamann ├╝berzeugte die Bauern von seiner Art Drainagen zu bauen, so wie er in Ostpreu├čen Moorwiesen trockengelegt hat. Es laufen heute noch Drainagen, die er hier vor 65 Jahren verlegt hat. Als er 8 Jahre alt war starben seine Gro├čeltern, die ihn bisher gro├č gezogen hatten. Von Ihnen hatte er nicht nur die ostpreu├čische Sprache geh├Ârt, sondern auch viel wie es vor dem Krieg in der Heimat war. Ihre Vorfahren hat er zur├╝ckverfolgt bis 1734, wobei er auch auf die Namen Ansas Broszeit und Johann Sudau stie├č. Von Mathilde M├╝ller gibt es Aufzeichnungen ab 1799. 1952 kam er zur Schule und nachmittags zu einem Bauern. Da wurde nur Holsteiner Platt gesprochen, aber es gab zu Essen und er hatte einen Spielkameraden. Mit dem Sohn des Bauern hat er dann das Moor unsicher gemacht. Nach der Hauptschule, die er von 1952 bis 1961 besuchte, lernte er Maurer und wurde 1964 Geselle.1965 kam er zur Bundeswehr, verlie├č sie wegen eines Bandscheibenschaden jedoch nach einem ┬Ż Jahr wieder. Nun wurde er zu einem der ersten staatlichen gepr├╝ften Bautechniker an der Hamburger Bauschule ausgebildet. Ab 1968 arbeitete er als Bauleiter im Hoch-und Tiefbau. 1968 heiratete er auch seine Heidi, geb. Krohn, mit ihr hat er Sohn Stefan, 1969 geboren, und Tochter Meike, 1970 geboren. Mit Heidi ist er heute noch verheiratet. Sie begleitet ihn immer in seiner T├Ątigkeit als Kirchspielvertreter f├╝r Gowarten und Kreuzingen und arbeitet beim B├╝cherverkauf der Elchniederung gerne mit. In Abendkursen macht er dann Ende1971 seinen Maurermeister. Vor der Handwerkskammer L├╝beck. Ab 1974 arbeitete er als Bauleiter bei Architekten. Als Oberbauleiter hat er dann mehrere Krankenhaus -Gewerbe;- und Wohnprojekte bauen lassen. 1998 war sein gr├Â├čtes Projekt, der R├╝ckbau einer Kaserne in Itzehoe, beendet. Hier befindet sich heute das Caf├ę K├Ânigsberg Ostpreu├čen, wo es die Original K├Ânigsberger Marzipan-Torte gibt. 2001 wurde er als Schwerbehinderter in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Neben seiner beruflichen T├Ątigkeit war von 1975 bis 2003 als Gemeindevertreter in Klein-Offenseth-Sparrieshoop aktiv, davon war er 20 Jahre stellv. B├╝rgermeister und als Amtsausschussmitglied t├Ątig. Nachdem ihn im Jahr 2007 seine Vettern fragten, ob er als nachgeborener Ostpreu├če nicht die Nachfolge von Linda Maihack als Kirchspielvertreter f├╝r Gowarten und Kreuzingen ├╝bernehmen wollte, war er schon mehrmals mit Linda Maihack und den Vettern in Ostpreu├čen, welches er jetzt ja auch selbst kennen gelernt hatte und nicht nur von den Erz├Ąhlungen her kannte. Im selben Jahr wurde er dann von Mitgliedern der Kirchspiele auch gew├Ąhlt. Als Vorsitzender des Sch├╝tzenvereins Wilhelm Tell und Vorsitzender des ├Ârtlichen Sozialverbands Deutschland hat er sehr fundierte Kenntnisse des Vereinswesens, diese bringt er gerne in die Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V. ein. Durch seine T├Ątigkeit als Orts-, Kreis- und Landesseniorenbeiratsmitglied hat er nun auch eine zus├Ątzliche Verbindung zu den Senioren in Nordostpreu├čen als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Senioren in Selenogradsk (Cranz). Hier arbeitet er an der Idee, wenn wir unser Ostpreu├čen nicht wieder bekommen k├Ânnen, dann wollen wir es aber mindestens wieder nach Europa zur├╝ckholen. Wir k├Ânnen nicht vergessen aber verzeihen, denn wir leben im einundzwanzigsten Jahrhundert.
Wenskat, Dieter   dieter.wenskat@gmx.de

Vorstellung des Kirchspielvertreters von Weidenau - Siegfried Dietrich
Kirchspielvertreter Siegfried DietrichSiegfried Dietrich ist seit 1995 Vertreter f├╝r das das Kirchspiel Weidenau (Pokraken), hier f├╝r die im Kreis Elchniederung liegenden Ortsgemeinden, und ab 2007 auch f├╝r die im Kreis Tilsit-Ragnit liegenden Ortsgemeinden, deren Einwohner bislang von der Kreisgemeinschaft Tilsit-Ragnit betreut wurden. Diese Teilung des Kirchspiels kommt daher, dass 1896 mit dem Bau der Kirche in Pokraken (Weidenau) dann das neue Kirchspiel beide Landkreise ber├╝hrte. 1991 und 1996 besuchte er seine Stammheimat. In seiner bisherigen Zeit als Kirchspielvertreter hat er zahlreiche Anfragen aus dem Kirchspiel Weidenau (Pokraken) beantworten k├Ânnen bzw. war bei Probleml├Âsungen behilflich. F├╝r den Bildband ÔÇ×Elchniederung“ konnte er zahlreiche Fotos aus alter und neuerer Zeit beisteuern und hat im Heimatbrief auch mehrere Beitr├Ąge ver├Âffentlicht. Gern bringt er sich in die Arbeit und Aufgaben der Kreisgemeinschaft ein und steht dieser auch mit Rat und Tat bei. Er wurde am 25.8.1933 in Tilsit geboren und wuchs bei seinen Gro├čeltern in Motzfelde, Kreis Elchniederung, auf, bis am 14.10.1944 die Flucht begann, die ihn dann ├╝ber verschiedene Wege Ende M├Ąrz 1945 nach B├╝hren bei Wildeshausen i.O. f├╝hrte. Dort beendete er seine Schulzeit an einer Dorfschule, machte die Ausbildung zum Landwirt und war dann weiter als solcher praktisch t├Ątig. Sein beruflicher Weg f├╝hrte ihn nach freiwilliger Bundeswehrzeit an eine DEULA-Landmaschinenschule bei Wunstorf, sp├Ąter Nienburg/Weser, wo er als Fahrlehrer und Landtechnischer Lehrer in der Erwachsenenausbildung bis zu seinem Ruhestand 1993 t├Ątig war. Mit seiner Frau baute er sich in Marklohe 1970 ein Wohnhaus und dort wuchsen auch seine beiden Kinder auf. Seit 2005 ist er verwitwet. Sein Hobby ist sein Oldtimer-Motorrad und die Fotografie. Als Lesestoff bevorzugt er historische und zeitgen├Âssische Sachb├╝cher, vertieft sich aber besonders gern in die B├╝cher von Hermann Sudermann und Ernst Wiechert.

Kirchspielvertreterin f├╝r Gro├č Friedrichsdorf
Irmgard F├╝rstenberg, eine unserer r├╝hrigsten Kirchspielvertreterinnen, ist nunmehr seit 1996 als Kirchspielvertreterin f├╝r das Kirchspiel Gro├č Engagierte Ostpreu├čin Irmgard F├╝stenbergFriedrichsdorf t├Ątig. Geboren wurde sie am 06.07.1929 in Tilsit, wuchs in Gro├č Friedrichsdorf auf und erlebte nach dem Kriege bis 1948 die Schreckensherrschaft der Sowjets in Ostpreu├čen. Nach der Vertreibung aus ihrer Heimat landete sie in der ÔÇ×SBZ“, der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands. Dort kam sie bei der ÔÇ×DR“ der ÔÇ×Deutschen Reichsbahn“ in die Lehre und war als Eisenbahnerin im Fahrkartenverkauf und als Aufsicht bis zum Eintritt in den Ruhestand t├Ątig. Irmgard F├╝rstenberg engagiert sich in vielf├Ąltiger Weise f├╝r Ostpreu├čen. Sie k├╝mmert sich nicht nur um ihre Kirchspiel-Sch├Ąfchen aus Gro├č Friedrichsdorf, sie organisiert auch regelm├Ą├čig Reisen in die alte Heimat und h├Ąlt Vortr├Ąge in Schulen. Dort berichtet sie den Sch├╝lern ├╝ber ihre Heimat Ostpreu├čen, sie erz├Ąhlt ihnen aber auch ├╝ber die Schrecken von Flucht und Vertreibung aus eigenem Erleben. Neben ihrer ehrenamtlichen T├Ątigkeit f├╝r Ostpreu├čen k├╝mmert sie sich um ihre Kinder und Enkelkinder und, nicht zu vergessen, sie ist begeisterte Chors├Ąngerin im Singekreis Magdeburg, in dem auch ostpreu├čisches Liedgut zu Geh├Âr gebracht wird.

ÔÇ×Vorstellung der Mitarbeiter“ Aus unserem Heimatbrief Heft 55 Pfingsten 2012

Irmgard F├╝rstenberg, Kirchspielvertreterin f├╝r Gro├č Friedrichsdorf

Geboren bin ich am 06.07.1929 in Gro├č Friedrichsdorf. Mein Vater war Ernst F├╝rstenberg, meine Mutter Magda F├╝rstenberg geb. Kaempf. Die Eltern meines Vaters hie├čen Leopold F├╝rstenberg und Martha F├╝rstenberg geb. Matigkeit. Die Eltern meiner Mutter waren Eduard Kaempf und Frederike Kaempf geb. Keller.
Ich bin in Gro├č Friedrichsdorf aufgewachsen und habe dort bis zur 8.Klasse die Schule besucht. Im M├Ąrz 1944 wurde ich in der Kirche zu Gro├č Friedrichsdorf konfirmiert. Ich habe eine Schwester, Ingrid. Sie wurde 1931 geboren.
Im Oktober 1944 r├╝ckte die Front n├Ąher und wir sind nach Zinten – Heiligenbeil gebracht worden. Mein Vater war beim Zoll in Schmalleningken besch├Ąftigt. Der Zoll wurde aufgel├Âst und mein Vater wurde Soldat. In einem Gefangenenlager bei Brest ist er 1946 gestorben.
Im Februar 1945 sind wir mit Fuhrwerken nach Ladiau gebracht worden. Dort trafen wir die Gro├čeltern. Dann sind wir zusammen ├╝ber das Eis des Frischen Haffes gelaufen, mit nur einem Rucksack. Vor dem Haff haben wir noch unseren Gro├čvater verloren. Irgendwie sind wir dann bis Pillau gekommen, aber kein Schiff hat uns aufgenommen. Aus welchem Grund auch immer sind wir zu Verwandten nach Rauschen gekommen. Am 15. April, ohne das ein Schuss gefallen ist, waren die Russen da. Wir wurden aus den H├Ąusern getrieben und es begann eine schlimme Zeit. Gelebt haben wir von dem was wir noch fanden oder Brennnesseln, den ersten Sauerampfer. Am 9. Mai, dem Kriegsende, waren wir in Labiau. Nun ging es weiter nach Heinrichswalde, in die Insth├Ąuser von Bierfreund, dann weiter nach Stucken. Als dort 1946 das Hochwasser kam, gab es eine Gelegenheit von Litauern ├╝ber den Ru├čstrom geholt zu werden. Nun bin ich dort von einem Ort zum anderen bettelnd gelaufen. Eine Zeitlang war ich auch bei Litauern in Tauroggen. !948 bin ich von Tilsit aus einige Wochen mit einem G├╝terzug unterwegs gewesen. In Brandenburg an der Havel wurden wir in ein Quarant├Ąnelager gebracht. Ich bin dann in Glienicke, Nordbrandenburg, eingemeindet worden. Nun habe ich bei der Bahn am Fahrkartenschalter gearbeitet. Meine Pr├╝fung als Fahrkartenverk├Ąuferin und Aufsicht habe ich in der Abendschule gemacht.
1953 habe ich meinen Mann Heinz Berg in Hohen – Neuendorf bei Berlin geheiratet. Dort sind auch meine Kinder geboren. Noch vor dem Bau der Mauer ist mein Mann nach Westdeutschland gegangen. 1968 wurde meine Ehe geschieden. Meine Mutter lebte zu der Zeit in Magdeburg. Ich bin nun auch nach Magdeburg gezogen. Dort habe ich weiter bei der Bahn gearbeitet. 1987 erlitt ich einen Herzinfarkt. Nun bekam ich einen Reisepass und konnte meine Verwandten in Peine besuchen. Wir fuhren nach Steinhude und lernten die Kreisgemeinschaft Elchniederung kennen. 1990 gr├╝ndeten wir den Ostpreu├čenverein in Magdeburg. Dort bin ich im Vorstand. Auch in der Singegruppe bin ich sehr gern dabei.
Seit 1996 bin ich Kirchspielvertreterin f├╝r Gro├č Friedrichsdorf. Ich habe viele Heimatfreunde und solange es mir m├Âglich ist, werde ich gern f├╝r die Kreisgemeinschaft Elchniederung arbeiten.
Anmerkung von der Redaktion: Irmgard lebt und liebt die Kreisgemeinschaft, bei jedem Treffen in Bad Nenndorf oder Reisen bringt sie Leben in die H├╝tte. Irmgard Du bist ein Juwel f├╝r die Kreisgemeinschaft. Sie wurde am 15.09.2012 f├╝r weitere vier Jahre in ihrem Amt als Kirchspielvertreterin best├Ątigt!

Ihr Ansprechpartner in Sachen Bildarchiv
Udo Ernst - Koordinator Bildarchiv KG ElchniederungUdo Ernst hat sich nach seiner beruflichen T├Ątigkeit - er war zuletzt als stellv. Geheimschutzbeauftragter im U-Bootsbau in Kiel t├Ątig - ehrenamtlich f├╝r die Mitarbeit in der Kreisgemeinschaft Elchniederung zur Verf├╝gung gestellt und war seit nunmehr 11 Jahren (1999 bis 2010) sowohl f├╝r die Schriftleitung und Redaktion unseres Heimatbriefes verantwortlich. Diese Aufgabe hat er mit der Herausgabe von Heft 52 beendet. Er ist weiterhin  f├╝r das Bildarchiv unserer Kreisgemeinschaft verantwortlich. Beide Aufgaben w├Ąren ohne die tatkr├Ąftige Mithilfe seiner Ehefrau Siegrid nicht zu schultern. Er ist am 22. Januar 1936 in Flensburg geboren, aufgewachsen auf der Insel Sylt und war nach Seefahrtszeit auf Werften in Flensburg, Bremen und Kiel t├Ątig. Verheiratet ist er mit Siegrid Ernst geb. Rupsch, deren Familie aus der Elchniederung und aus Tilsit stammt. Er hat 2 erwachsene S├Âhne und 4 Enkelkinder. Neben der ehrenamtlichen Arbeit f├╝r die Kreisgemeinschaft, die sich inzwischen fast zu einer Vollzeitbesch├Ąftigung entwickelt hat, engagiert er sich au├čerdem in der hiesigen Kirchengemeinde im Geburtstags-Besuchsdienst. Hinzu kommt die w├Âchentliche Teilnahme in einer Herzsportgruppe. Auch ein wenig Musik machen die Eheleute gemeinsam in einem Fl├Âtenkreis. Au├čerdem gibt es an Haus und Garten immer etwas zu tun, so dass f├╝r das Hobby Amateurfunk (Rufzeichen DL8LAU) kaum Zeit bleibt. Er legt Wert auf die Feststellung, dass auch er selbst ostpreu├čische Wurzeln hat, denn seine Gro├čmutter m├╝tterlicherseits stammt aus Lengkupchen im Kirchspiel Szittkehmen im Kreis Goldap.

Liebe Heimatbrief-Leser,
hiermit m├Âchte ich allen Dank sagen, die sich bei mir pers├Ânlich - telefonisch, brieflich und per Mail - f├╝r meine fast zw├Âlfj├Ąhrige Arbeit am Heimatbrief bedankt haben. ├ťber so viele positive Reaktionen war ich ├╝berrascht und hocherfreut.
Herzlichen Dank auch f├╝r die zahlreichen Gl├╝ckw├╝nsche anl├Ąsslich meines 75. Geburtstages , ├╝ber die ich mich ebenfalls sehr gefreut habe.

Ihr ehemaliger Heimatbrief- Schriftleiter und Redakteur Udo Ernst  (2011)

Danke Udo Ernst !
Mit gro├čem Bedauern haben der Vorstand und die Delegierten der Kreisgemeinschaft beim letzten Kreistreffen zur Kenntnis genommen, dass unser bisheriger Redakteur Udo Ernst nach 12 Jahren seine T├Ątigkeit f├╝r den Heimatbrief aufgeben m├Âchte. Dieser Aufgabe hatte er sich mit Herz und Verstand verschrieben und sich durch Sachkunde und Zuverl├Ąssigkeit ausgezeichnet. Die Erhaltung des kulturellen Erbes unserer Heimat f├╝r die Nachwelt war ihm dabei ein gro├čes Anliegen. Wir danken ihm f├╝r sein pers├Ânliches Engagement, mit dem er unter gro├čem Zeitaufwand den Heimatbrief zu einem Glanzst├╝ck unserer Kreisgemeinschaft gestaltet hat. Wir w├╝nschen Udo Ernst eine erf├╝llte Zeit und Kraft f├╝r seine Familie und seine Hobbys.
Der Vorstand und die Delegierten der Kreisgemeinschaft Elchniederung

Vorstellung der Kirchspielvertreterin von Seckenburg -  Heidrun Jost
Heidrun Jost - Kirchspielvertreterin von Seckenburg
Am  14. September 2013 bin ich, Heidrun Undine Jost, geb. Laatsch, in Bad Nenndorf zur Kirchspielvertreterin von Seckenburg gew├Ąhlt worden.
Ich bin am 16.02.1944 in Tilsit / Seckenburg  geboren.
Meine Mutter , Hildegard, geb. K├Âhler kam aus Prostken, Kreis Lyck.
Mein Vater, Fritz Laatsch , war 1932 Amtsvorsteher in Seckenburg.
Zuvor war er landwirtschaftlicher Eleve in der Grafschaft Rautenburg  und studierte dann in K├Ânigsberg Agrarwissenschaften und war Teilhaber  der  Molkerei  Kuchenbecker in Seckenburg. Im Krieg war er Major der Reserve.
Meine Eltern hatten bis zur Flucht eine Wohnung in Seckenburg.
Mein Vater  wurde am 24. September 1943, dem Geburtstag meiner Mutter, im Alter von 40 Jahren , f├╝nf Monate vor meiner Geburt in Russland (Demidow Robjaki)  von Partisanen erschossen.
Meine Mutter reiste mit mir im Sommer 1944 zu ihren Eltern nach Pyritz in Pommern, um dem Einfall der Russen zu entgehen. Aber auch Pyritz wurde von den russischen Soldaten eingenommen und brannte ab. In letzter Minute gelang meinem Gro├čvater mit uns  und ostpreu├čischen Verwandten, die sich dorthin gefl├╝chtet hatten, die weitere Flucht mit dem Pferdefuhrwerk bis  nach L├╝beck. Dort war  jedoch die Grenze in den Westen bereits verschlossen, so dass wir uns in der russischen Zone im Harz vor├╝bergehend ansiedeln mussten. Dort bin ich zwei Jahre in die Volksschule gegangen. 1952 , noch vor dem Mauerbau, fl├╝chtete mein Gro├čvater erneut mit uns ├╝ber die Grenze von Walkenried nach G├Âttingen zu seiner Schwester. Nach meinem Abitur in Wuppertal, wo meine Mutter  zum zweiten Mal  heiratete, ging ich zur├╝ck nach G├Âttingen an die P├Ądagogische Hochschule  und wurde Grund- und Hauptschullehrerin. Dort lernte ich auch meinen Mann kennen und mein Sohn wurde dort geboren. Jetzt lebe ich mit meinem Mann in unserem Haus in Schlangenbad im Taunus. Wir erfreuen uns beim  Reiten mit unseren beiden Islandpferden an den sch├Ânen Taunusw├Ąldern.
Vor vielen Jahren fand ich meine Tante, Anneliese Schalk,  geb. Kuchenbecker, wieder.
Meine Gro├čmutter, Anna Kuchenbecker, verwitwete Laatsch , geb. Blindenbacher ist  Annelieses Mutter. Anneliese stammt  aus  Gro├čmutters zweiter Ehe mit Franz Kuchenbecker. Mein Vater ist Annelieses Bruder aus erster Ehe.
Seit dem Wiedersehen mit meiner Tante  wurde meine Heimat f├╝r mich lebendig. Anneliese konnte mir so viel ├╝ber meine Heimat und meine ostpreu├čische Familie erz├Ąhlen, wie es meiner Mutter vor lauter Kummer nicht m├Âglich war.
Als Kurt Butzlaff  ,ein Jugendfreund meiner Tante, noch mal im Mai/Juni 2012 nach Ostpreu├čen fuhr, entschloss ich mich,  die Busreise ebenfalls mitzumachen.
Es war meine erste  Reise  nach Ostpreu├čen. F├╝r mich war es sehr wertvoll, dass ich zusammen mit Kurt Butzlaff die Wege in unserem gemeinsamen Heimatort Seckenburg gehen und dabei seinen Erkl├Ąrungen zuh├Âren konnte. Besonders seine sch├Âne ostpreu├čische Aussprache  erinnerte mich an meine Familie. Alle meine lieben, nun fernen Angeh├Ârigen waren daher auf einmal  ganz nahe und lebendig. Das Erlebnis Seckenburg war sehr bewegend.
Als Nichte von Anneliese Schalk m├Âchte ich ihre Arbeit f├╝r das Kirchspiel Seckenburg  weiterf├╝hren, so gut es mir, die nicht mehr in Seckenburg aufwachsen konnte, gelingt.
Heidrun Jost

Ines Laue, stellvertretende Kirchspielvertreterin von Kreuzingen und Gowarten
Ines Laue - stellv. Kirchspielvertreterin von Kreuzingen und GowartenInes Laue wurde am 13.09. 2014 zur stellv. Kirchspielvertreterin f├╝r Kreuzimgen und Gowarten von der Mitgliederversammlung der Kreisgemeinschaft gew├Ąhlt.Sie stellt sich nachfolgend vor:
Es war eine sehr sch├Âne - f├╝r uns (meinem Mann Ralf und mich) erste - Veranstaltung in Bad Nenndorf, und wir werden sehr gern die unendlichen Informationen und Aufarbeitungen von den wahren Leistern der Elchniederungsarbeit in uns aufnehmen und versuchen, als Nachkommen unserer vertriebenen Eltern ein wenig dazu beizutragen, die Geschichte ihrer verlorenen Heimat unvergessen werden zu lassen. Meine Eltern waren sehr ber├╝hrt, hatten sie doch selbst keine Kraft mehr, aktiv daran teilzunehmen. Aber wir haben innerhalb der Familie immer offen ├╝ber die Geschehnisse gesprochen, dann hat man sich dem normalen Leben gewidmet. Dazu kam das Verbrechen der deutschen Teilung, die meine Eltern wiederum von ihren Verwandten getrennt hatte. Dar├╝ber sind sie ├Ąlter geworden und haben sich gef├╝gt. Wir sind nun jedoch froh, unsere Wurzeln zu kennen, sind stolz und haben in diesem Jahr erstmalig die alte Heimat unserer Eltern besucht. Wahrlich ein Traum! Auf dieser Reise lernten wir den Dieter kennen und haben uns auf Anhieb pr├Ąchtig verstanden.
Dies nur kurz zu meiner Person.

Ich freue mich, auf der Website erscheinen zu d├╝rfen und hoffe, dass ich von Ihnen allen noch ganz viel erfahren werde und dann wieder mein erworbenes Wissen weiterreichen kann, sicher niemals so gut wie die betroffene Generation, doch vergessen darf nicht sein.
 Ines Laue
R. -Breitscheid-Str. 8c 04509 Delitzsch
Tel.: 034202-58511 mobil: 0171- 4566216 E-Mail: ineslaue@aol.com

WWaltraut Moser-Schrader├╝rdigung einer langj├Ąhrigen Protagonistin - Waltraut Moser-Schrader
In diesem Jahr wurde von der Kreisgemeinschaft im Allgemeinen kaum wahrgenommen, Waltraut  Moser Schrader u. Wolfgang Nienke am 10.04.2016 in D├╝bendorfdass unsere langj├Ąhrige aktive Mitstreiterin f├╝r die Kreisgemeinschaft 90 Jahre alt geworden ist. Wir waren nat├╝rlich vor Ort und haben ihr zu diesem besonderen Geburtstag pers├Ânlich gratuliert. Erinnern wir uns: Waltraut wurde am 10. April 1926 in Lindental Kreis Elchniederung geboren. Sie war von 1993 bis 2002  Kirchspielvertreterin von Heinrichswalde (danach stellv. Kirchspielvertreterin). Ab 2002 wurde sie zur 1. stellvertretenden  Vorsitzenden unserer Kreisgemeinschaft gew├Ąhlt. Am 14.09.2013 trat sie altersbedingt von ihrer Funktion zur├╝ck. F├╝r Ihre Verdienste wurde sie mit der “Silbernen Ehrennadel der Landsmannschaft Ostpreu├čen” ausgezeichnet. Ihre Aktivit├Ąten sind vielf├Ąltig in unseren Heimatbriefen dokumentiert. Den ersten Beitrag findet man bereits in Heft 3 von 1984 - was bedeutet, dass sie mindestens 30 Jahre f├╝r uns aktiv war. Daf├╝r gilt unser Dank und die W├╝rdigung ihres Lebensweges  f├╝r die alte Heimat. In den nachfolgenden Beitr├Ągen k├Ânnt Ihr noch  mehr ├╝ber sie lesen und erfahren. Besonders der Beitrag ├╝ber ihre Flucht aus Ostpreu├čen, zusammengefasst von einer Cousine, ist interessant und bedeutsam f├╝r viele Schicksale.   Ich habe sie in ihre neuen Heimat D├╝bendorf/Schweiz sowohl im vergangen als auch in diesem Jahr zu ihrer ├ťberraschung besucht. Der Zufall wollte es, dass ich in beiden Jahren in Z├╝rich weilte. In diesem Jahr hatte ich in den Sinne Gl├╝ck, dass ich sie antraf, weil sie vor zwei Stunden aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Ihre Freude und ├ťberraschung war deshalb besonders gro├č.
Wir w├╝nschen ihr weiterhin Gesundheit und  ein erf├╝lltes Leben mit ihrem Horst, der sie liebevoll umsorgt.
Wolfgang Nienke im Auftrage des Vorstandes

Eine engagierte Ostpreu├čin hatte Geburtstag - sie wurde 80 Jahre
Waltraut Moser-Schrader ist am 10. April diesen Jahres 80 Jahre geworden. Geboren wurde sie 1926 in Lindental Kreis Elchniederung. Nach dem Besuch der Volksschule in Lindental hat sie die Verwaltungsausbildung im Landratsamt Heinrichswalde erhalten. Durch  die  Kriegseinwirkungen  mussten  die Elchniederunger  1944 ihre Heimat verlassen. Mit Pferd und Wagen ging die Familie Schrader im Oktober auf die Flucht bis zur ersten Etappe nach Zinten. Dort wurde Waltraut Schra┬ş der durch die Kriegswirren von der Familie getrennt und musste im Winter   1945 das zugefrorene Frische Haff  ├╝berqueren. So gelangte sie dann ├╝ber weitere Etappen nach S├╝ddeutschland, wo sie  nach  3 Jahren ihre Familie wieder fand. Nach  der Eingliederung und Familiengr├╝ndung wurde die  Verbindung zu den  Ostpreu├čen aufgenommen. Durch die famili├Ąren Bindungen zur Schweiz lernte sie ihren jetzigen Ehemann Horst Moser kennen. Waltraut  Moser-Schrader  hat dann durch ihre heimatliche Verbundenheit die Lindentaler Schultreffen veranstaltet. Die Kontakte zu den Heimatvertriebenen f├╝hrte dazu, dass ihr die Kirchspielvertretung f├╝r das Kirchspiel Heinrichswalde/Elchniederung ├╝bertragen wurde. Vor vier Jahren wechselte sie dann in den Vorstand der Kreisgemeinschaft Elchniederung, wo sie auch Stellvertreterin des Kreisvertreters ist. Waltraut Moser-Schrader ist eine engagierte Ostpreu├čin und setzt sich sehr f├╝r ihre Landsleute aus der Elchniederung ein. Die Elchniederunger bedanken sich f├╝r ihren Einsatz in der Heimatkreisgemeinschaft und w├╝nschen ihr und ihrem Ehemann Horst weiterhin Gesundheit  und  eine gemeinsame  gl├╝ckliche Zeit.
 H.-D. Sudau

Die Flucht aus Ostpreu├čen
Waltraut verlebte zusammen mit ihren j├╝ngeren Geschwistern eine gl├╝ckliche Kindheit in Lindental, Kreis Elchniederung in Ostpreu├čen. Ihr Vater bewirtschaftete einen Gutsbetrieb mit kleiner Gastst├Ątte und war B├╝rgermeister von Lindental.
Es war Krieg. Die Schwester von Waltraut entschloss sich, zu ihrer Cousine nach Berlin zu fahren, solange das noch m├Âglich war. Waltraut musste einmal in der Woche in die Kreisstadt Heinrichswalde fahren, um auf dem Landratsamt zu arbeiten. So konnte sie dem Arbeitsdienst entgehen
. Als die Sowjetischen Truppen immer n├Ąher kamen, wurde die Beh├Ârde von Heinrichswalde nach Heiligenbeil verlegt.
Der Vater war im Volkssturm, als die Situation immer prek├Ąrer wurde. Er setzte sich ab, um die Flucht vorbereiten zu k├Ânnen. Am 21. Oktober 1944 musste die Familie mit allen Angestellten Lindental verlassen.
Sie blieben vorerst in Heiligenbeil, bis sie erfuhren, dass Ostpreu├čen auf dem Landweg von Sowjetischen Truppen umzingelt war. F├╝r eine Flucht blieb nur noch der Weg zur Ostsee. Der Danziger Bucht ist die Frische Nehrung vorgelagert. Das ist eine langgestreckte schmale Landzunge von ca. 60 km L├Ąnge und zwei km Breite zwischen Kahlberg und Pillau. Um zum offenen Wasser zu gelangen, musste das Frische Haff ├╝berquert werden, das Wasser zwischen Festland und frischer Nehrung. F├╝r die Fl├╝chtlinge nur m├Âglich bei zugefrorenem Haff
. So wurde Waltraut vorausgeschickt, um die Lage zu erkunden. Als sie die Familie nachholen wollte, denn ganze Fl├╝chtlingsstr├Âme waren bereits auf dem tragbaren Eis, war der Weg zur├╝ck nicht mehr m├Âglich. Sie suchte unter den Fl├╝chtenden vergeblich nach ihrer Familie. Es blieb ihr nichts anderes ├╝brig, als allein weiter zu gehen. So schlug sie sich nach Gotenhafen durch. Sie stand inmitten einer riesigen Menschenmenge am Pier von Gotenhafen an der Ostsee. Vor ihr lag das gewaltige Schiff, die ÔÇ×Wilhelm Gustloff".
Die Menschen waren auf der Flucht vor der immer n├Ąherkommenden Front. Ihre gro├če Hoffnung war das ehemalige Kreuzfahrtschiff der NSDAP, das Hitler in Friedenszeiten f├╝r seine Propagandafahrten ÔÇ×Kraft durch Freude" nutzte. Im Krieg war es zuerst Lazarettschiff der Kriegsmarine und seit November 1940 Wohnschiff der U-Boot-Lehrdivision in Gotenhafen.
Es war Ende Januar 1945 bei Temperaturen von etwa minus 20 Grad. 2,5 Millionen Zivilisten und Soldaten versuchten, ├╝ber die Ostsee ins westliche Deutschland zu fl├╝chten. Alles wollte auf die Wilhelm Gustloff. Darunter auch Waltraut, mit ihren 18 Jahren ganz auf sich allein gestellt
.
Sie beobachtete, wie viele Verwundete auf die Gustloff transportiert wurden, und die gro├če Zahl der Fl├╝chtlinge verzweifelt versuchte, auf das Schiff zu kommen. Aber Waltrauts Hoffnungen wurden j├Ąh zerschlagen, als durch das Megaphon die Durchsage kam, dass nur noch Frauen mit Kindern mitgenommen wurden. So entt├Ąuscht Waltraut damals auch war, das rettete ihr das Leben. Die Wilhelm Gustloff fuhr am 30. Januar 1945 in der Mittagszeit aus und wurde bereits nach 21.00 Uhr von sowjetischen Torpedos getroffen. Es waren ungef├Ąhr 10.200 Menschen auf dem Schiff, 9.000 ertranken, retten konnten sich nur rund 1.200.

Waltraut musste weiter. Der Fl├╝chtlingsstrom schleppte sich durch die K├Ąlte
, die immer wieder angreifenden Kampfbomber aus der Luft l├Âsten Todes├Ąngste aus. So kam Waltraut auf der Halbinsel Hela in der Danziger Bucht an. Es waren 4 Schiffe auf Reede, die Cap Arkona, die Vega und die Swakopmund, die sie mit an Bord nahm. An den Namen des 4. Schiffes kann sie sich nicht erinnern. Alle vier Schiffe wurden von den Booten der Kriegsmarine geleitet, auf deren Geleitschutz davor die Gustloff nicht warten wollte. Die vier Schiffe kamen unbeschadet in L├╝beck an, wo die Passagiere ausstiegen. Der Kapit├Ąn wusste, dass Waltraut ihre Angeh├Ârigen verloren hatte und machte ihr das Angebot, sie mit dem Auto nach Hamburg mitzunehmen. Dort gab es eine Suchdienstzentrale, bei der sie versuchen konnte, etwas ├╝ber ihre Familie zu erfahren.  Sie hatte allerdings dort keinen Erfolg.
Da Waltraut, die im April 19 Jahre alt geworden war, nicht wusste, wo sie hinsollte, bot ihr der Kapit├Ąn an, vorl├Ąufig auf dem Schiff zu bleiben und kleine Arbeiten wie Listen schreiben usw. zu erledigen. Die Schiffe mussten den Hafen von L├╝beck wieder verlassen und fuhren zur├╝ck bis zur d├Ąnischen Insel Bornholm, durften aber nicht anlegen. So kehrten sie wieder um und warfen Anker vor der Insel Fehmarn. Die Besatzung wurde an Land bei Bauern untergebracht.
Vom Kapit├Ąn hatte Waltraut die Erlaubnis erhalten, sich aus den gro├čen Best├Ąnden des Schiffes Bettw├Ąsche, Handt├╝cher usw. rauszusuchen. Damit sie wenigstens etwas h├Ątte, wenn sie an Land w├Ąre. Um die W├Ąsche zu holen, auch Lebensmittel und sonstiges f├╝r die Mannschaft, fuhr sie mit 15 Besatzungsmitgliedern vom Fehmarner Hafen Staberhuk mit der Barkasse auf die Swakopmund, die ca. 3 km vor Fehmarn lag. Die anderen drei Schiffe befanden sich etwa in 1 km Entfernung.
Es war der 3. Mai 1945. Waltraut hatte ihren Seesack prall gef├╝llt und stand auf Deck, als sie pl├Âtzlich infolge einer gro├čen Detonation mit voller Wucht ins Wasser geschleudert wurde. Sie wei├č bis heute noch nicht, wie das geschehen konnte. Alle vier Schiffe wurden von britischen Jagdbombern getroffen. Die Vega brannte, die Cap Arkona ging zusammen mit 6.400 KZ-H├Ąftlingen unter, die Swakopmund wurde nur seitlich getroffen und schwer besch├Ądigt. So fand sich Waltraut im Wasser wieder, sie konnte nicht schwimmen, trug aber eine Schwimmweste. Irgendwie gelang es ihr, sich auf eine im Wasser treibende T├╝r zu legen und mit den anderen Schiffbr├╝chigen die rettende K├╝ste zu erreichen. Ein Mann aus der Besatzung der Swakcopmund kam ums Leben.
Das Schiff wurde 1950 abgewrackt.
Waltraut, die wieder nur das hatte, was sie am Leibe trug, wurde nach einer Nacht auf Fehmarn von den Briten zum Gefangenlager nach Pinneberg transportiert. Am 8. Mai 1945 wurde die Kapitulation unterschrieben, der Krieg war beendet. Der Norden Deutschlands wurde von den Briten besetzt. Nach diversen Verh├Âren kam Waltraut zu einer Bauernfamilie bei Pinneberg, die sie Schwerstarbeit tun lie├č. Sie blieb nur ein paar Tage und ging dann zur Stadtverwaltung nach Itzehoe, um sich f├╝r den Suchdienst registrieren zu lassen und eventuell etwas von ihren Angeh├Ârigen zu erfahren. Der dortige Stadtinspektor machte Waltraut das Angebot, in seine Familie zu kommen. Er hatte f├╝nf Kinder, die sie versorgen und im Haushalt mithelfen sollte. Sie blieb ca. zwei Jahre dort, die Kinder waren ihr ans Herz gewachsen, doch die Atmosph├Ąre in diesem Haus war sehr eisig.
Vor ihrer Flucht hatte der Vater allen eingesch├Ąrft, sich die Adresse der Tante in Baden-W├╝rttemberg zu merken, im Fall sie getrennt w├╝rden
. Nun lag das Allg├Ąu damals im franz├Âsischen Sektor, Post konnte nicht dorthin bef├Ârdert werden.
In Itzehoe traf Waltraut zuf├Ąllig einen Nachbarn aus der Heimat. Bei dem r├╝hrenden Wiedersehen vergossen beide die Zeit, sie wurden nach der Sperrstunde zur englischen Kommandantur gebracht. Ein wei├čer Offizier, der Verst├Ąndnis f├╝r die Situation hatte, machte Waltraut sogar den Vorschlag, bei ihnen zu putzen, zu waschen und f├╝r Ordnung zu sorgen. Aus Angst vor den anderen Engl├Ąndern, die an diesem Abend Dienst hatten - alles gro├če farbige H├╝nen - ging sie nicht darauf ein. Sie traf dann in Itzehoe eine junge Frau aus dem Rheinland, die zur├╝ckwollte. Sie konnte Waltraut ├╝berreden, mit ihr zu kommen. Kein leichtes Unterfangen, da das Rheinland im amerikanischen Sektor lag
. Ein katholischer Priester gab den beiden jungen Frauen Tipps, wie sie durch die Kontrollen gelangen konnten.
So durfte Waltraut ab Sommer 1947 in der Familie der Freundin wohnen und fand Arbeit in einer Seidenfabrik in Krefeld. Es war eine angenehme Zeit, vom st├Ąndigen Hunger abgesehen. Sie lernte in einem Kino einen Berliner kennen, der zur├╝ck nach Berlin wollte. Weil ihre Schuhe den Marsch nicht ausgehalten h├Ątten, gab Waltraut ihm einen Brief an die in Berlin-Adlershof wohnende Cousine mit, zu der vor der Flucht ihre Schwester gefahren war. Der Berliner gab tats├Ąchlich den Brief bei der Cousine ab. Das war am Vormittag. Am gleichen Nachmittag kamen ihre Eltern ebenfalls zu der Cousine, um ihre Tochter, also Waltrauts Schwester, wieder zu sehen.
Kurze Zeit sp├Ąter erhielt Waltraut eine Postkarte von ihren Eltern, adressiert an die Seidenfabrik. Sie schrieben
, dass sie vorhaben, ins Allg├Ąu zu gehen und dort auf sie warten wollten. Damit war der Kontakt endlich nach fast drei Jahren Ungewissheit hergestellt, und die traurige Odyssee fand im Dezember 1947 ihr gl├╝ckliches Ende.

Generationenwechsel im Kirchspiel gelingt?!
 Liebe Elchniederunger,
 
Sie haben mich auf der letzten Mitgliederversammlung unserer Kreisgemeinschaft  ÔÇ×Elchniederung“   am 10. September 2016 in Bad Nenndorf zum neuen Kirchspielvertreter Kuckerneese gew├Ąhlt. Dr. G├╝nter Spilgies, mit dem ich seit 2011 als Stellvertreter eng verbunden bin, hatte mich  Ihnen vorgeschlagen. ├ťberraschend waProf. Dr. Hertelr f├╝r mich Ihr einstimmiges Votum, das aus meiner Sicht nicht selbstverst├Ąndlich war, da ich ja kein Urgestein der Elchniederung bin. Es hat mich desto mehr erfreut! Die traditionellen Konditionen eines Mitgliedes einer Kreisgemeinschaft von Vertriebenen erf├╝lle ich nicht. Weder ich selbst noch meine Vorfahren mussten unter der Vertreibung aus der Elchniederung leiden, jedoch bewegen Ihre Leiden als Heimatvertriebene mein Herz und meinen Verstand. Ich bin Ostpreu├če im Herzen!Weniger emotional sagt man wohl ÔÇÜMitglied der Bekenntnis-Generation‘. Vor allem f├╝hle ich mich aber als Mitglied der Erkenntnis-Generation, die sich mehr und mehr bewusst wird ├╝ber den unendlichen, Gott sei Dank nicht verlorenen Wert Ostpreu├čens, seiner einzigartigen Kultur- Landschaft, seines spezifischen Menschenschlags und –schicksals und seiner Zukunftsm├Âglichkeiten. Ostpreu├čens Herkunft, Gegenwart und Zukunft liegen mir am Herzen. Die darin eingebettete “Elchniederung” kenne ich gut aus eigenem Erleben, Durchforsten, Studieren und Erf├╝hlen, jedoch nie genug, um sie abzuhaken, wie man das als Tourist vielleicht tut. Nein, die Elchniederung ├Âffnet mir Herz und Seele – mehr noch, sie ist immer w├Ąhrendes Schicksal, das jedoch zum Pflanzen von B├Ąumen und Blumen auffordert, selbst wenn sie morgen unterginge. F├╝r mich ist Vertreibung ein nie mals zu rechtfertigender, inhumaner, krimineller Akt. Jedoch erw├Ąchst aus ihm nicht Hass in mir, sondern die Suche nach dem ÔÇ×Ewigen Frieden“, wie ihn Immanuel Kant, ein Ostpreu├če, zum philosophischen und politischen Imperativ entwickelt hat .Daraus pr├Ągt sich in mir die Verantwortung f├╝r Ostpreu├čen in heutigen Grenzen und zuk├╝nftigen Opportunit├Ąten. Die Elchniederung in Ostpreu├čen hatte ein autark funktionierendes Gemeinwesen, eine wirtschaftliche Tragf├Ąhigkeit f├╝r ganz Deutschland und eine kulturlandschaftliche Einmaligkeit f├╝r  ganz  Europa.  Ich m├Âchte die verbliebenden Splitter dieser preu├čisch-deutschen zu einer deutsch-russischen, ja europ├Ąischen Kulturregion zusammenbringen. Zukunftsspinnerei? – vielleicht. Vielleicht aber auch ein Weg zum Kantschen Ewigen Frieden.
Liebe Landsleute!
  Ich werde (wie bisher schon ge├╝bt) die ehemaligen Einwohner der Elchniederung, insbesondere von Kuckerneese/Kaukehmen so gut wie m├Âglich unterst├╝tzen; gleichwohl m├Âchte ich meine bisherigen Kontakte zu den heutigen Einwohnern und deren Administration in der heutigen Siedlung Jasnoje (russ.: đ»ĐüđŻđżđÁ), dessen ├ťbersetzung in etwa ‘klar,hell‘ hei├čt, pflegen.
  In meinem Kopf viruliert ein zu- k├╝nftiger Ortsname des ehemals gr├Â├čten Ortes der Elchniederung: Jasnokehmen - eine Kreation unter der Schirmherrschaft der Idee des Kantschen Ewigen Friedens.
ÔÇ×Jasnokehmen“ ist wohl die k├╝rzeste Formulierung meines Programms als Ihr Kirchspielvertreter Kuckerneese/Kaukehmen/Jasnoje.
Es gr├╝├čt Sie herzlich Ihr
G├╝nter Hertel
Stra├če des Friedens 39; D-01723 Dresden-Kesselsdorf; Festnetznr. in meinem B├╝ro in Kesselsdorf: +49-35204-79 40 62;
 Festnetznr.  privat im Allg├Ąu: +49-8381-94 85 091; Mobil in DE: +49-172-65 36  910  E-Mail: Guenter.H.Hertel_IBH@web.de

Ihr Kirchspielvertreter von Rauterskirch, Peter Westphal,  stellt sich vor:

Kirchspielvertreter von Rauterskirch Peter WestphalPeter Westphal wurde am 11.08.1940 in Rautersdorf geboren. Dort bewirtschafteten seine Gro├čeltern Hugo und Minna Westphal, urspr├╝nglich aus Ginkelsmittel und Akmenischken stammend, zusammen mit seiner Mutter einen landwirtschaftlichen Hof. Er hat noch eine Schwester, die 1943 geboren wurde. Mitte Oktober 1944 Evakuierung mit Beidack und mit Bahn ├╝ber Tawellningken, Jerusalem, Braunsberg und Frauenburg nach Klein-Silber in Pommern, wo sie von der russischen Front ├╝berrollt wurden. Fluchtende mit Ankunft Juni 1945 in Dieckhof Kreis G├╝strow/ Mecklenburg.
 Neben der Aufgabe der heimatlichen Scholle hat die Familie bis dato den Verlust aller m├Ąnnlichen Angeh├Ârigen zu beklagen, die von 1941  bis 1945 in Bereichen von Leningrad, Normandie und K├Ânigsberg gefallen waren.
 In Diekhof erfolgte die Einschulung und ein Teil der Berufsausbildung. Dezember 1956 erneute Flucht mit Gro├čmutter, Mutter und Schwester in den Westen, nach Goslar/ Harz, Hille. Abschluss der Berufsausbildung und Eintritt in die Bundeswehr mit einer Dienstzeit von 1959 bis 1992, dabei eine Vielzahl von Verwendungen in unterschiedlichen Standorten, letzte Verwendung Dienststellenleiter einer Mobilmachungsvorbereitungsgruppe im Kommando Wehrbereich 2, Hannover als Personal und Ausbildungsoffizier. Nach der Wiedervereinigung Kontakte zu den neuen Bundesl├Ąndern mit zeitweiligen Wohnsitz in Friedersdorf, Kreis Ilmenau. Seit 2002 wohnhaft in Vienenburg, Kreis Goslar. Familienstand verheiratet, 2 Kinder.
Mit Wunsch auf Besuch der Heimat erste Reisen 1994 und 1995 in die Elchniederung. Danach mit ├ťbernahme der Funktion als Kirchspielvertreter von Rauterskirch, die mit zeitweiliger Unterbrechung einherging, erste organisierte Fahrten als Sonderprogramm der Kreisgemeinschaft nach Ostpreu├čen. Dabei Aufbau von Kontakten zu Beh├Ârden, Verwaltung und der jetzt dort lebenden Bev├Âlkerung mit allerlei Hilfsprogrammen und  ├ľffentlichkeitsarbeit im russischen Teil, unter anderem in Medien wie Zeitung, Rundfunk und Fernsehen als Ausdruck heimatlicher Verbundenheit und deutscher Kultur mit einer Gesamtzahl von ca. 60 Reisen seit 1994.
Peter Westphal Obere Wiesenbergstra├če 26 in 38690 Vienenburg Tel/Fax und AB 05324/798228

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Berichte zu Personen III
Reports to Persons III

Wappen des Kreises Elchniederung
Die Kirche im Kreisort Heinrichswalde