Die Herdenauer Kirche von Osten gesehen

Orte des Kirchspiels Herdenau (Kallningken )

Ortsname bis 1938

Ortsname ab 1938

Einwohner 1939

Ackelningken

Ackeln

113

Pustutten

Antonswiese

150

Aschpalten

Aschpalten

82

Matzgirren

Kurrenberg

86

Rewellen

Rewellen

96

Thewellen

Tewellen

138

Tramischen

Trammen

276

Wirballen

Warten

149

Wittken mit Wentaine

Wittken

158

Kallningken

Herdenau

454

Gesamt

10  Gemeinden

1702

Das Kirchspiel Herdenau ( Kallningken  gegr. 1677)

Herdenau ist auf einem Hügel erbaut, auf dessen höchster Stelle die Kirche steht. Die erste Kirche wurde 1677 auf Befehl des Großen Kurfürsten errichtet. Sie bestand nur bis 1727, dann wurde die zweite Kirche eingeweiht und 1753 schließlich das dritte Gotteshaus. Es wurde 1753 erbaut und 1819 um einen Holzturm mit Glocke erweitert. In der Kirche befand sich ein Flügelaltar aus vorreformatorischer Zeit, von dem erzählt wurde, er sei einst als Strandgut aus dem Haff geborgen worden. Andere vermuteten, dass das Altarbild von einer memelländischen Gemeinde an Herdenau abgegeben wurde.

Um 1890 hatte das Kirchspiel Kallningken, wie es damals noch hieß, 1200 Einwohner, davon 559 Litauer. Gottesdienste wurden auf Deutsch und Litauisch abgehalten.

Es gab in Kalliningken eine Schule, zwei Gasthöfe und ein eigenes Postamt. 1904 wurde eine Dampfmolkerei eingerichtet, zuletzt geführt von der Familie Karl Kitsch. Ab 1911 hatte die Kleinbahn von Karkeln über Kuckerneese nach Groß-Britannien eine Haltestation im Ort. Die Schmalspurbahn mit 750 mm Spurbreite brauchte zwei Stunden für die Strecke Brittanien-Herdenau. Von Groß-Britannien aus konnte man mit der „Vollbahn" weiter bis Tilsit oder Königsberg fahren.
Weiter aus dem Ort hinaus, in Richtung des 2,5 km entfernten Karkeln, befand sich am Haffdeich das Elektrizitätswerk Trammen. Dieses versorgte die Schöpfwerke am Rungelfluss mit Strom für die Entwässerung. Bevor der Haffdamm erbaut wurde, wurde alles Land im Frühjahr und Herbst vom Wasser überschwemmt und man sah nur die Häuser, weil sie wie die Kirche auf kleinen Hügeln erbaut waren. Zur Kirche fuhr man dann mit dem Kahn.
Quellen: Bildband „Die Kirchengemeinden Herdenau und Schakendorf “ sowie die
Heimatbücher „Der Kreis Elchniederung“ Band I und II, herausgegeben von der Kreisgemeinschaft Elchniederung e.V
.

Ortsplan Herdenau mit Namen der Einwohner

Die Bedeutung der alten Ortsnamen des Kirchspiels Herdenau (Kallningken) von Pfarrer i. R. Arno Dumschat, Herdenau (Kallningken)

Ackeln

Aufmerksame Menschen

Aschpalten

Wo sich Stämme treffen

Kallningken

Wo Waffen geschmiedet werden

Lukischken

Bären-Ort

Matzgirten

Lichter Wald; Im Walddurchblick

Pustutten

Frohe Menschen

Wirballen

Vibrierende Wasserfläche

Wittken

andere Einholende, Aufholende

Da die Dialekte, aus denen die Namen stammen, untergegangen sind, handelt es sich bei den obigen Bedeutungsangaben um Vermutungen aufgrund des maßgeblichen Wörterbuches "Thesaurus linguae Lituanicae", Göttingen 1968 ff. von Friedrich Kurschat, Gymnasialprofessor in Tilsit (lt. Auskunft von dessen Sohn Armin Kurschat, Juwelier und Goldschmied, München).Erschienen im Heimatbrief Heft 2  Weihnachten 1983

Herdenau heißt heute Prochladnoe (Прохладное) lit. Kalnininkai. Die russische Übersetzung heißt: “Die Kühle”

Kirchspielvertreterin von Herdenau und Schakendorf

Astrid Romeike Kirchspielvertreterin herdenau und SchakendorfMein Name ist Astrid Romeike, geboren 1972 in Würselen. Somit gehöre ich der Generation der „Jungen Ostpreußen“ an. Durch das Engagement meines Vaters als Kirchspielvertreter für Herdenau und später als Kreisvertreter habe auch ich angefangen, mich für Geschichte und Herkunft unserer Familie zu interessieren. Im Jahr 2002 begleitete ich dann meine Eltern und meine Tante auf einer Fahrt in die Elchniederung und auf die Kurische Nehrung, um dort Land und Leute kennen zu lernen. Die Schönheit der Natur, die Geschichtsträchtigkeit der Orte und das Wissen, dass dort auch meine Wurzeln liegen, haben mich sehr beeindruckt, so dass ich seitdem fast jedes Jahr eine Reise in die Elchniederung unternommen habe.
Seit Herbst 2006 bin ich zuständig für das Kirchspiel Herdenau, zu dem auch der Geburtsort meines Vaters, Wittken, gehörte. Als 2008 die Kirchspielvertretung für Schakendorf vakant war, habe ich auch dieses Kirchspiel übernommen. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, auch jüngere Leute für Ostpreußen zu begeistern, damit die Heimatorte, die von dort stammenden Familien und deren Lebensgeschichten nicht in Vergessenheit geraten.
Astrid Romeike, Alkuinstr. 49 52070 Aachen (0241) 9 10 87 48 wittken@t-online.de

Lesen Sie auch den Bericht von Karl. E. Unvericht “Kinder- und Jugendjahre in Herdenau und Kuckerneese”

Herdenau        Kirchspielvertreterin:  Astrid Romeike

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Kirchspiel Herdenau

Wappen des Kreises Elchniederung
Die Kirche im Kreisort Heinrichswalde